Studie: Digitalisierung der Arbeitswelt hat Folgen für Psyche
Eine Studie zeigt, dass Betriebe in Deutschland nur schleppend die Gesundheit ihrer Beschäftigten fördern

Eine neue Studie des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung zeigt auf, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt ernsthafte Folgen für die psychische Gesundheit der Beschäftigten hat. Dabei sind Betriebe in Deutschland eigentlich dazu verpflichtet, die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Die Umsetzung dieser Verpflichtung hinkt jedoch hinterher, wie die Studie aufzeigt.
Laut der Studie haben weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) etabliert. Fast neun Prozent setzen bislang keinerlei Maßnahmen um. Zudem verfügen fast die Hälfte der befragten Organisationen über ein "überschaubares Budget" von weniger als 10.000 Euro oder gar kein Budget zur Förderung der Gesundheit.
Besonders interessant ist der Blick in die Zukunft. Die Personal- und Gesundheitsentscheider gehen davon aus, dass das "hybride Arbeiten" und die psychische Gesundheit künftig eine noch größere Rolle spielen werden. Fast 40 Prozent der Befragten geben an, dass Belastungen am Arbeitsplatz wie Burnout, Überforderung und Depressionen bereits jetzt eine "eher große" beziehungsweise "große" Bedeutung in ihren Unternehmen haben.
Die Studienautoren betonen, dass gerade die psychische Gesundheit der Beschäftigten in der heutigen Arbeitswelt eine immer größere Rolle spielt. Durch die zunehmende Digitalisierung kommt es oft zu einem Verschwimmen von Beruflichem und Privatem, was eine große Belastung für die Beschäftigten darstellt. Die Verantwortlichen in den Unternehmen sollten deshalb dringend handeln und ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einführen.
Ein Beispiel dafür ist die Firma Producto aus Berlin, die bereits Angebote zur Stressbewältigung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitstellt. Claudia Armonies, Onlineredakteurin bei Producto, berichtet von ihrer Erfahrung: "Ich habe mittlerweile schon bei mehreren Online-Kursen mitgemacht. Da ging es um Achtsamkeit, Zeit- und Selbstmanagement im Homeoffice, aber auch Ernährung."
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Zur AktienanalyseSolche Angebote sind auch für Karla M. (Name geändert), die als Sozialarbeiterin im Jugendamt in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt arbeitet, von großer Bedeutung. Sie kritisiert, dass in vielen Firmen und Verwaltungen immer noch zu wenig für die Gesundheitsförderung der Beschäftigten getan wird. "Meine Vorgesetzten haben auf dem Schirm, wie psychisch belastend unsere Arbeit ist, aber sie haben schlicht kein Geld, um uns da zu unterstützen."
Es ist deshalb an der Zeit, dass die Verantwortlichen in den Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen, um ihre Beschäftigten zu schützen und zu fördern. Ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) mit einem ausreichenden Budget ist hierfür unverzichtbar


