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Studenten verwalten Immobilienfonds mit 12 Millionen Dollar Eigenkapital

An der Indiana University leitet ein 21-jähriger Student ein Team, das echtes Kapital in Immobilien investiert – mit beeindruckendem Erfolg.

Studenten verwalten Immobilienfonds mit 12 Millionen Dollar Eigenkapital

Brooks Hiller ist 21 Jahre alt, verdient keinen Cent mit seiner Arbeit – und verwaltet trotzdem rund 12 Millionen Dollar an Eigenkapital. Der Student im Abschlussjahr an der Kelley School of Business der Indiana University leitet ein Team von 20 Kommilitonen, die gemeinsam ein eigenes Immobilien-Investmentunternehmen betreiben. Selbst an einem sonntäglichen Sommernachmittag saß Hiller in seiner Wohnung in Chicago und wählte sich in die dritte Stunde einer Marathon-Serie von Telefonkonferenzen über Immobiliengeschäfte ein.

Das Unternehmen trägt den Namen Sample Gates Management – benannt nach den neugotischen Kalksteinbögen, die das Tor zum Campus in Bloomington, Indiana, bilden. Was das Projekt von anderen studentischen Investitiativgruppen unterscheidet, ist sein Geschäftsmodell: Während viele vergleichbare Clubs auf Universitätsgelder oder Spenden angewiesen sind, sammelt die Indiana-Gruppe Kapital von externen Dritten ein und investiert es eigenständig in Immobilien im ganzen Land – darunter Wohnanlagen und Gewerbeparks.

Mehr als ein Studentenprojekt

Sample Gates Management gilt nach allgemeiner Einschätzung als die von Studenten geführte Immobilien-Investmentgruppe, die weltweit das meiste Kapital verwaltet. Dieser Ruf war es auch, der Hiller bereits als Highschüler so faszinierte, dass er sich bewusst für die Indiana University entschied – in der Hoffnung, eines Tages Teil des Programms zu werden. „Ich wollte unbedingt ein Teil davon sein", sagte Hiller.

Das Modell verfolgt dabei einen klaren Dreiklang aus Nutzen: „Die Studenten sammeln Erfahrung, die Universität bietet ihren Studenten eine bessere Ausbildung, und die Investoren erhalten ihr Geld zurück und können wieder Teil des Programms sein", erklärte Hiller. Dieses Zusammenspiel macht das Programm sowohl für Nachwuchstalente als auch für externe Kapitalgeber attraktiv.

Digitalisierung öffnet die Immobilienbranche

Der Erfolg von Sample Gates Management steht sinnbildlich für einen tiefgreifenden Wandel, der sowohl die Hochschulbildung als auch die Immobilienbranche erfasst hat. Noch vor einigen Jahren war die Branche stark von persönlichen Netzwerken abhängig – Informationen wurden in privaten Clubs oder bei exklusiven Branchenveranstaltungen ausgetauscht, und der Zugang für Außenstehende war entsprechend begrenzt.

Heute hat sich dieses Bild grundlegend verändert. Die Immobilienbranche ist mittlerweile so stark von standardisierten Marktdaten durchdrungen, dass auch Studenten problemlos Einblick in relevante Kennzahlen und Marktentwicklungen erhalten können. Sie sind damit in der Lage, nahezu auf Augenhöhe mit professionellen Marktteilnehmern zu agieren – eine Entwicklung, die noch vor einer Generation kaum vorstellbar gewesen wäre.

Für deutsche Privatanleger und Bildungsinteressierte ist das Modell aus Indiana ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie praxisnahe Ausbildung und reales Kapitalmanagement erfolgreich miteinander verbunden werden können. Ob ähnliche Konzepte auch an deutschen Hochschulen Einzug halten könnten, bleibt eine spannende Frage – die Voraussetzungen durch digitale Datenverfügbarkeit wären jedenfalls auch hierzulande gegeben.

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