Stromproduktion: Kohle bleibt wichtigster Energieträger
Kohle bleibt wichtigste Energiequelle in Deutschland trotz Anstieg von Wind- und Solarenergie im Jahr 2022

Die Abhängigkeit Deutschlands von Kohle in der Stromproduktion hat im Jahr 2022 aufgrund der Energiekrise noch zugenommen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Kohle war auch im vergangenen Jahr der wichtigste Energieträger für die Stromproduktion in Deutschland und hat an Bedeutung gewonnen. Genau ein Drittel des hierzulande erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms stammte aus Kohlekraftwerken. Dies ist ein Anstieg von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings haben auch Wind- und Solarenergie 2022 an Bedeutung gewonnen. Der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung stieg um 9,4 Prozent auf knapp ein Viertel, während die Einspeisung aus Photovoltaik um knapp ein Fünftel auf 10,6 Prozent zunahm.
Insgesamt stammte im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des ins Netz eingespeisten Stroms aus konventionellen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Atomkraft. Wegen der geringeren Erzeugung in Gas- und Kernkraftwerken sank der Anteil gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent. Im Gegenzug stieg die Einspeisung aus den erneuerbaren Energien um 7,3 Prozent auf 46,3 Prozent. Der Anstieg ist vor allem auf die stärkere Stromerzeugung aus Windkraft und den deutlichen Zuwachs beim Solarstrom zurückzuführen.
Die Abhängigkeit von Kohle hat in Deutschland in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt. Der Anstieg des Kohleverbrauchs ist insbesondere auf die gestiegenen Preise für Erdgas zurückzuführen, die im Vergleich zur Kohle zur Stromerzeugung fast vollständig importiert werden müssen. Infolgedessen ist Deutschland bei der Stromerzeugung aus Kohle weniger importabhängig als bei der Erzeugung von Strom aus Erdgas. Kritiker fordern jedoch einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung, um die Klimaziele zu erreichen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur Aktienanalyse

