Strompreis bei Null: Erneuerbare Energien im Fokus
Überproduktion an Neujahr sorgt für Gratisstrom und neue Herausforderungen im Energiesektor

Zum Jahreswechsel gab es in Deutschland eine bemerkenswerte Entwicklung auf dem Strommarkt. Der Preis für Strom an der Börse fiel pünktlich zu Mitternacht auf null Euro pro Megawattstunde und blieb bis 22 Uhr des Folgetages konstant auf diesem Niveau. Diese außergewöhnliche Situation resultierte aus einer Kombination aus niedriger Stromnachfrage und hoher Produktion von erneuerbaren Energien.
Am 1. Januar 2025 deckte Windkraft den größten Teil der Stromnachfrage in Deutschland. Windräder an Land und auf See produzierten gemeinsam bis zu 48 Gigawattstunden pro Stunde. Ergänzend kamen zeitweise 13 Gigawattstunden Solarstrom, eine Gigawattstunde aus Wasserkraft sowie vier Gigawattstunden aus Biomasse hinzu. Insgesamt erzeugte Deutschland an diesem Tag zeitweise 125 Prozent des benötigten Stroms allein aus erneuerbaren Energien. Der Überschuss wurde ins Ausland exportiert, insbesondere nach Österreich, in die Schweiz und nach Dänemark. Laut der Bundesnetzagentur flossen etwa 14 Gigawattstunden, ein Viertel des deutschen Spitzenverbrauchs, in diese Nachbarländer.
Privatkunden profitieren nur unter bestimmten Bedingungen von solch einem Nullpreis. Nur bei dynamischen Stromtarifen, die sich an den Börsenpreisen orientieren, können Verbraucher diese Preisentwicklung direkt spüren. Die Mehrheit der deutschen Haushalte hat allerdings Festpreistarife, wodurch sie von der kurzfristigen Preisgestaltung unbeeinflusst bleiben. Für Unternehmen, die ihren Strom im sogenannten Day-Ahead-Handel beschaffen, kann ein solcher Gratistag hingegen eine spürbare Kostenersparnis bedeuten.
Die Kapazitäten der erneuerbaren Energien in Deutschland sind im Jahr 2024 weiter ausgebaut worden. Rund vier Gigawatt Windkraft und fast zehn Gigawatt Photovoltaik wurden neu installiert. Gleichzeitig wurden drei Gigawatt an Braunkohlekraftwerken abgeschaltet. Dies hat die deutsche Kraftwerksleistung um acht Prozent erhöht, führt aber auch zu neuen Herausforderungen. Da die Produktion von erneuerbaren Energien wetterabhängig ist, ist sie weniger flexibel regulierbar. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind neue Technologien wie Stromspeicher, flexible Verbraucher und Gaskraftwerke in Planung. Derzeit stehen diese Lösungen jedoch nur begrenzt zur Verfügung.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien sorgt daher für extreme Preissituationen: von negativen Preisen bei Überproduktion im Sommer bis hin zu Rekordwerten an windarmen Wintertagen. Der Neujahrstag des Jahres 2025 ist ein Beispiel dafür, wie solche Dynamiken für ungewöhnliche Marktbedingungen sorgen können.

