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Stripe will PayPal kaufen: Was Krypto-Anleger jetzt wissen müssen

Ein 53-Milliarden-Dollar-Angebot von Stripe für PayPal könnte die Krypto-Welt grundlegend verändern – besonders für XRP und Solana.

Stripe will PayPal kaufen: Was Krypto-Anleger jetzt wissen müssen

Am 15. Juli unterbreitete Stripe ein Übernahmeangebot für PayPal in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar. PayPal hat das Angebot bis zum 22. Juli nicht angenommen – der Vorstand entschied am 20. Juli, auf einen höheren Preis zu warten. Dennoch könnte der Deal in naher Zukunft zustande kommen und hätte weitreichende Folgen für den gesamten Kryptosektor.

Obwohl weder Stripe noch PayPal primäre Krypto-Unternehmen sind, haben beide bereits erhebliche Infrastruktur im digitalen Zahlungsbereich aufgebaut. Ihr Zusammenschluss würde die Wettbewerbslandschaft im Kryptosektor über Nacht verändern – insbesondere für Stablecoins, XRP und Solana.

Die Stablecoin-Landschaft vor einer tektonischen Verschiebung

Stripes Vorstoß in den Kryptosektor beschleunigte sich am 18. März mit der Einführung von Tempo, einer zahlungsorientierten Blockchain speziell für Stablecoins. Das Netzwerk erhebt minimale Transaktionsgebühren und verfügt über keinen nativen Token – Gebühren können in jedem beliebigen Stablecoin bezahlt werden. Führende Finanzunternehmen wie Visa und Mastercard waren Stripes Entwicklungspartner für Tempo.

Am 30. Juni kündigten zudem mehr als 140 Organisationen – darunter Stripe, Visa und Coinbase Global – die bevorstehende Einführung von Open USD (OUSD) an. Dieser konsortiumsgestützte Stablecoin soll nativ auf Solana starten und teilt die Erträge aus den Reserven der zugrunde liegenden Vermögenswerte mit seinen Konsortialpartnern. Das unterscheidet ihn von den meisten anderen Stablecoins, die diese Erträge einbehalten.

Sollte PayPal übernommen werden, brächte es etwas mit, das Stripe nicht einfach kaufen kann: Endkunden. PayPals Stablecoin PayPal USD verfügt über eine Marktkapitalisierung von 2,7 Milliarden US-Dollar, wobei Solana seit Februar als Standard-Zahlungsnetzwerk dient. Mit den 4 Millionen Händlern von Stripe und den 439 Millionen aktiven Konten von PayPal könnte Tempo zur primären Abwicklungsinfrastruktur für den größten jemals aufgebauten Vertriebskanal für nicht-kryptonative Stablecoins werden.

Dies würde zwangsläufig erhebliches Kapital von Kryptowährungen abziehen, die stark vom Stablecoin-Transfervolumen abhängen – allen voran Tron, und das vermutlich dauerhaft.

Was der Deal für XRP und Solana bedeutet

Eine erfolgreiche Übernahme wäre nach Einschätzung von Analysten leicht bärisch für sowohl Solana als auch XRP. Da beide Coins jedoch in verschiedenen Segmenten konkurrieren, dürften die Folgen weniger gravierend sein als für eine spezialisierte Chain wie Tron.

Für XRP ist die Lage besonders herausfordernd. Das ursprüngliche Versprechen von XRP als effiziente Ebene für grenzüberschreitende Geldtransfers war bereits vor diesem Deal aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Stablecoins fragwürdig. Ripples eigener Stablecoin Ripple USD kannibalisiert dabei genau die Unternehmenskunden in Finanzinstituten, die XRP eigentlich bedienen sollte. Ein durch PayPals Ressourcen gestärktes Stripe würde mit Tempo auf dieselben Käufer abzielen – jedoch mit einer um Größenordnungen höheren Reichweite. Dennoch hat XRP andere Wachstumsmöglichkeiten, etwa im Bereich der tokenisierten Vermögensverwaltung.

Das Risiko für Solana ist weniger gravierend, da das Netzwerk gewissermaßen abgesichert ist. Falls ein fusioniertes Unternehmen Stablecoin-Ströme von Solana weg zu Tempo lenkt, würde Solana Marktanteile verlieren. Nutzt das fusionierte Unternehmen jedoch Solana als Infrastruktur, um die Endkunden von PayPal zu erreichen, würde Solana profitieren. Zudem verfügt Solana über weitere Wachstumssegmente wie die expandierende Basis an tokenisierten Aktien im Netzwerk, die von diesem Deal unberührt blieben.

Selbst wenn PayPal der Übernahme letztlich nicht zustimmt, ist Stripes Vorstoß ein deutliches Signal: Die großen Akteure im traditionellen Finanzsektor stärken aktiv ihre Krypto-Infrastruktur. Netzwerke mit diversifizierten Ökosystemen und vielfältigen Funktionen scheinen dabei deutlich besser positioniert zu sein als spezialisierte Anbieter mit nur einem Anwendungsfall – denn mächtige neue Marktteilnehmer drängen in diese Bereiche und könnten letztere verdrängen.

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