Stress im Job nimmt weiter zu
Zeitdruck, schlechtes Klima und Fachkräftemangel belasten Beschäftigte zunehmend

Die Arbeitsbelastung in Deutschland nimmt spürbar zu. Immer mehr Beschäftigte empfinden ihren Berufsalltag als stressig und berichten von negativen Veränderungen. Einer aktuellen Umfrage zufolge haben in den vergangenen zwei Jahren vier von fünf Erwerbstätigen eine Verschlechterung ihrer Arbeitssituation wahrgenommen. Besonders häufig genannt wurden zunehmender Zeitdruck und ein gereizteres Miteinander im Kollegenkreis.
Laut dem neuen Barometer Arbeitswelt der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) klagen 51 Prozent der Befragten über gestiegenen Zeitdruck bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Gleichzeitig gaben 43 Prozent an, dass das Betriebsklima unter Kolleginnen und Kollegen angespannter geworden sei. Die Ursachen für diese Entwicklungen sehen die Verantwortlichen vor allem in der Digitalisierung, zunehmender Bürokratie und dem anhaltenden Personal- und Fachkräftemangel, der durch den demografischen Wandel verschärft wird.
Der Hauptgeschäftsführer der DGUV, Stefan Hussy, betonte, dass diese Entwicklungen nicht folgenlos für die Beschäftigten bleiben. Der steigende Stresspegel am Arbeitsplatz sei eine ernstzunehmende Belastung. Unternehmen sollten daher der Prävention psychischer Belastungen mehr Aufmerksamkeit schenken. Hussy verwies darauf, dass Maßnahmen zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens oft mit einfachen Mitteln möglich seien. So könne beispielsweise ein gemeinsames Frühstück im Team genutzt werden, um offen über Probleme zu sprechen.
Trotz der zunehmenden psychischen Belastung wurde gleichzeitig ein Rückgang bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen verzeichnet. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Unfallversicherungsträger wurden im vergangenen Jahr 752.125 Arbeitsunfälle gemeldet, was einem Rückgang von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging zurück. 351 Menschen kamen bei Arbeitsunfällen ums Leben – 30 weniger als im Vorjahr.
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Zur AktienanalyseHussy wies jedoch darauf hin, dass die rückläufigen Unfallzahlen nur ein Teil des Gesamtbildes seien. Die Bedeutung psychischer Belastungen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz werde weiter zunehmen, insbesondere im Kontext des demografischen Wandels. Für die Erhebung hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Februar und März dieses Jahres insgesamt 2.018 Erwerbstätige befragt. Laut DGUV ist die Umfrage repräsentativ für die Arbeitnehmerschaft in Deutschland.


