Streit um Benko-Kredite
EZB-Aufseher und Banken im Diskurs über Immobilienbewertung

Die Europäische Zentralbank (EZB) und mehrere Banken befinden sich im Disput über die angemessene Bewertung von Krediten, die an die Signa Holding von René Benko, dem österreichischen Unternehmer, vergeben wurden. Dies geschieht vor dem Hintergrund der aktuell angespannten Immobilienmarktsituation.
Zu Beginn dieses Jahres befragte die EZB Banken zu ihren finanziellen Engagements mit der Signa Holding, einschließlich der Höhe der Kredite und ihrer Absicherung. Daraufhin überprüften die Aufsichtsteams – auch als Joint Supervisory Teams bekannt – diese Engagements eingehend.
Als Reaktion darauf wurden einige Banken von diesen Teams aufgefordert, mehr Risikovorsorge für die Kredite, die sie an Benko's Unternehmen vergeben haben, zu bilden. Diese Empfehlung stieß bei einigen Banken auf Widerstand, da sie der Meinung sind, dass die Vorschläge der EZB nicht die realen Marktbedingungen widerspiegeln.
Ein prominenter Fall, der in diesem Zusammenhang diskutiert wird, ist die Bewertung einer Immobilie am Berliner Alexanderplatz, die im Besitz von Benko ist und für die eine Erweiterung geplant ist. Die Aareal Bank schätzte den Wert dieser Immobilie auf 550 Millionen Euro und finanzierte sie mit 250 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu bewertete die EZB diese Immobilie nur mit 200 Millionen Euro, obwohl sie später zu einem deutlich höheren Wert verkauft wurde.
Weder die EZB, die Aareal Bank noch Signa haben bisher offizielle Stellungnahmen zu diesen Entwicklungen abgegeben.
Insider aus der Signa-Gruppe haben jedoch die von der EZB vorgeschlagenen Bewertungen als "absurd" bezeichnet. Diese Meinung wird durch frühere Bewertungen der EZB unterstützt, die sich als nicht zutreffend herausstellten, wie im Fall der Anleihen der österreichischen Krisenbank Heta im Jahr 2015.
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Zur AktienanalyseDie Signa-Gruppe, eine prominente Beteiligungs- und Industrieholding, ist vor allem im Immobiliienbereich und Einzelhandel tätig. In jüngerer Zeit hat sie aufgrund der schwierigen Lage am Immobilienmarkt Druck verspürt.
Ein weiterer Punkt der Diskussion ist das ungewöhnliche Vorgehen der EZB, Daten zu Krediten bei einzelnen Unternehmen anstatt ganzen Sektoren oder Ländern anzufordern. Dies wurde von einigen Banken als problematisch betrachtet, da dies eine indirekte Botschaft an die Institute senden könnte, keine weiteren Geschäfte mit Benko zu machen. Einige Banker haben diese Aktion sogar als "moderne Hexenjagd" beschrieben.


