Streiks bei Amazon belasten Black Friday
Gewerkschaft fordert Tarifbindung, während europaweit weitere Proteste geplant sind

In mehreren deutschen Logistikzentren von Amazon ist es am vergangenen Freitag zu Arbeitsniederlegungen gekommen, die sich gezielt auf den stark frequentierten Handelstag Black Friday richteten. Mitarbeitende verschiedener Standorte beteiligten sich an dem von der Gewerkschaft Verdi organisierten Streik, mit dem sie die Forderung nach einem tarifgebundenen Lohn- und Arbeitsbedingungen untermauern wollten. Die Aktion konzentrierte sich auf neun Lager in Bad Hersfeld, Dortmund, Frankenthal, Graben, Koblenz, Mönchengladbach, Rheinberg, Werne und Winsen. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden rund 3.000 Teilnehmende erwartet, die den regulären Betrieb an einem der umsatzstärksten Tage im Onlinehandel beeinflussen sollten.
Der Konzern äußerte sich dahingehend, dass die Arbeitsniederlegungen keine Auswirkungen auf die Abwicklung von Bestellungen haben würden. Intern verfüge das Unternehmen nach eigenen Angaben über etwa 40.000 Beschäftigte in seinen deutschen Logistikzentren, ergänzt durch zusätzlich rund 12.000 saisonale Arbeitskräfte, die speziell für die Hochphase des Weihnachtsgeschäfts eingestellt wurden. Dies solle gewährleisten, dass alle Kundenaufträge trotz des Streiks wie geplant bearbeitet werden könnten. Zudem verwies das Unternehmen darauf, dass es nach eigener Darstellung faire Löhne zahle.
Parallel zu den Vorgängen in Deutschland hatten Gewerkschaften in Europa weitere Aktionen vorbereitet. Vor Zara-Filialen in verschiedenen Ländern sollten Proteste stattfinden, mit denen Beschäftigte die Wiedereinführung einer Gewinnbeteiligungsregelung einfordern wollten. Diese Initiative war unabhängig von den Arbeitsniederlegungen bei Amazon, zeigt jedoch eine zeitliche und thematische Überschneidung in den Forderungen verschiedener Belegschaften im Einzelhandels- und Logistiksektor.
Die Streikmaßnahmen in Deutschland fanden vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks statt, den Arbeitnehmervertretungen auf Unternehmen ausüben, um bessere Konditionen in arbeitsintensiven Branchen durchzusetzen. Der Fokus auf den Black Friday als international bedeutenden Verkaufstag verlieh der Aktion besondere Aufmerksamkeit. Während Verdi die Möglichkeit betonte, auf diesem Weg den Druck zu erhöhen, stellte der Konzern heraus, dass auch an solchen Tagen die Lieferfähigkeit nicht beeinträchtigt werde. Beide Seiten verwiesen auf ihre jeweiligen Positionen, ohne dass konkrete Fortschritte in den Verhandlungen bekannt wurden.
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Zur AktienanalyseDie Proteste vor Zara-Geschäften in Spanien und weiteren europäischen Ländern sollten ebenfalls darauf abzielen, die Forderungen der Beschäftigten in den Vordergrund zu rücken. Gewerkschaften wollten dort insbesondere erreichen, dass die zuvor abgeschaffte Gewinnbeteiligung wieder eingeführt wird. Diese parallelen Aktionen verdeutlichten eine breite Mobilisierung in verschiedenen Bereichen des Handels, die sich auf unterschiedliche Unternehmen erstreckte.


