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Streik der US-Hafenarbeiter endet nach drei Tagen

Einigung über Lohnerhöhung erzielt – Panikkäufe und Lieferengpässe vorerst abgewendet

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Streik der US-Hafenarbeiter endet nach drei Tagen

Hafenarbeiter an der US-Ostküste haben ihren Streik nach drei Tagen beendet. Die Arbeitsniederlegung, an der Zehntausende von ihnen beteiligt waren, führte dazu, dass viele Containerhäfen in den USA zeitweise stillstanden. Hintergrund des Streiks war ein Tarifstreit zwischen den Hafenarbeitern und ihren Arbeitgebern. Die Gewerkschaft International Longshoremen’s Association (ILA) teilte mit, dass die Laufzeit des aktuellen Tarifvertrages bis zum 15. Januar verlängert wurde, um weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Zuvor war der Streik wenige Wochen vor der anstehenden US-Präsidentschaftswahl ausgebrochen, was Bedenken über mögliche Lieferengpässe auslöste.

Scott Cowan, Gewerkschaftschef in Baltimore, erklärte gegenüber dem Sender CBS, dass der Streik offiziell beendet sei. Die ILA ist bereit, ein Angebot zur Einkommenserhöhung von 61,5 Prozent über die nächsten sechs Jahre anzunehmen. Zusätzlich sollen Verhandlungen geführt werden, um Maßnahmen gegen einen möglichen Arbeitsplatzabbau durch Automatisierung zu vereinbaren. Der Streik begann in der Nacht zum 1. Oktober, obwohl bereits ein Angebot von Arbeitgeberseite vorlag, das eine Lohnerhöhung von fast 50 Prozent vorsah.

Während der Arbeitsniederlegung kam es in den USA zu Panikkäufen von Toilettenpapier. Auf Online-Plattformen berichteten Käufer von leeren Regalen und knappem Angebot in großen Einzelhandelsketten wie Walmart und Costco, ähnlich wie zu Beginn der Corona-Krise. Dabei werden mehr als 90 Prozent des in den USA verkauften Toilettenpapiers im eigenen Land produziert. Die US-Regierung appellierte an beide Parteien, den Konflikt schnell zu beenden, um Verderb von Nahrungsmitteln, die in Containern gelagert werden, zu vermeiden. Insbesondere ein großer Teil der in den USA verkauften Bananen wird über die Ostküstenhäfen ins Land gebracht.

Die Bedeutung der Ostküstenhäfen für den US-Außenhandel ist erheblich, da sie rund die Hälfte des gesamten Containerumschlags abwickeln. Der Streik, der Zehntausende Gewerkschaftsmitglieder betraf, führte laut Schätzungen zu Kosten von mehreren hundert Millionen Dollar pro Tag. Zudem erklärte Ryan Petersen, Chef des Logistikunternehmens Flexport, dem Nachrichtensender CNBC, dass pro Streiktag sieben bis zehn Tage benötigt würden, um die Staus in den Häfen wieder abzubauen.

Viele Unternehmen hatten den Streik bereits erwartet und im Vorfeld ihre Lagerbestände aufgestockt, um für einige Wochen gewappnet zu sein. Die ILA-Mitglieder sind maßgeblich für das Be- und Entladen der Schiffe sowie die Wartung der Hafentechnik zuständig. Die Gewerkschaft verwies in den Verhandlungen auf die Milliardengewinne der Container-Schifffahrt und forderte laut einem Bericht des Wall Street Journals eine Einkommenssteigerung von 77 Prozent.

USALogistikStreik GewerkschaftenLöhneWirtschaft

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