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Strategy bricht Bitcoin-Mantra: Verkäufe zur Kapitalbeschaffung geplant

Der Bitcoin-Crash zwingt Michael Saylors Strategy zum Umdenken – das „Niemals verkaufen"-Versprechen ist Geschichte.

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Strategy bricht Bitcoin-Mantra: Verkäufe zur Kapitalbeschaffung geplant

Strategy, das Unternehmen von Bitcoin-Verfechter Michael Saylor, steht vor einer Zerreißprobe. Der anhaltende Rückgang des Bitcoin-Kurses hat den Aktienkurs von Strategy massiv unter Druck gesetzt und das Unternehmen in eine schwierige Lage gebracht. Nun vollzieht Strategy eine bemerkenswerte Kehrtwende: Das bislang eisern verteidigte Mantra „Verkaufe niemals deine Bitcoin" wird offiziell aufgegeben.

Der am Montag vorgestellte Sanierungsplan sieht konkrete Schritte vor, um frisches Kapital zu beschaffen. Strategy genehmigte Pläne zum Rückkauf von jeweils bis zu 1 Milliarde US-Dollar seiner Vorzugsaktien und Class-A-Stammaktien. Darüber hinaus startet das Unternehmen ein 1,25 Milliarden US-Dollar schweres „Monetarisierungsprogramm", das explizit Bitcoin-Verkäufe zur Kapitalgewinnung vorsieht.

Saylors kühne Wette auf Bitcoin

Saylors Strategie, sein ursprüngliches Softwareunternehmen in ein Bitcoin-Verwahrungsvehikel umzuwandeln, galt lange als visionär. Zunächst nutzte Strategy die eigenen Barmittel in der Bilanz, um Bitcoin zu erwerben. Anschließend steigerte das Unternehmen das Tempo durch die Ausgabe neuer Aktien. Schließlich griff Strategy auf weitere Finanzierungsquellen zurück – darunter Wandelanleihen und hochverzinsliche Vorzugsaktien.

Die Strategie beflügelte die Fantasie von Krypto-Investoren weltweit und brachte Dutzende Nachahmer hervor. Als Bitcoin Anfang Oktober sein Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar erreichte, hatte Saylor mehr als 600.000 Bitcoin angehäuft. Damit hatte er sein Versprechen eingelöst, Strategy in einen direkten Stellvertreter für die Kryptowährung selbst zu verwandeln.

Bitcoin-Crash trifft Strategy mit voller Wucht

Doch der Kryptomarkt drehte. Bitcoin verlor mehr als die Hälfte seines Wertes und fiel zuletzt unter die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar. Für Strategy, das seine gesamte Unternehmensidentität auf den Bitcoin-Kurs ausgerichtet hatte, bedeutete dieser Einbruch eine existenzielle Belastung. Die Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung wurden dadurch drastisch eingeschränkt.

Saylor selbst versuchte die Kehrtwende zu relativieren. Er argumentierte, er habe nie explizit behauptet, sein Unternehmen würde niemals Bitcoin verkaufen. Die Aussage steht jedoch im klaren Widerspruch zu seiner jahrelangen öffentlichen Kommunikation, die das bedingungslose Halten von Bitcoin als Kernprinzip propagierte.

Marktbeobachter sehen Problem nur aufgeschoben

Jeff Dorman, Chief Investment Officer beim Krypto-Asset-Manager Arca, kommentierte den Sanierungsplan nüchtern: „An der langfristigen Geschichte hat sich nichts geändert. Jeder Teil der Kapitalstruktur steht nach wie vor im Wettbewerb mit anderen Teilen, aber sie haben das Problem effektiv erst einmal aufgeschoben."

Für deutsche Anleger, die Strategy-Aktien oder Bitcoin-bezogene Produkte im Portfolio halten, verdeutlicht die Entwicklung die Risiken hochkonzentrierter Krypto-Strategien. Unternehmen, die ihre Bilanz vollständig auf eine einzige volatile Anlageklasse ausrichten, sind im Abschwung besonders anfällig. Der Fall Strategy zeigt exemplarisch, wie schnell aus einer gefeierten Innovationsstrategie ein Sanierungsfall werden kann – wenn der Markt dreht.

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