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Straße von Hormus: Märkte warten auf Trumps Iran-Frist

Anleger verharren an der Seitenlinie – ein mögliches US-Iran-Abkommen oder eine Eskalation entscheidet über die Marktrichtung.

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Straße von Hormus: Märkte warten auf Trumps Iran-Frist

Die globalen Finanzmärkte befinden sich in einem Zustand angespannter Zurückhaltung. Der Optimismus über ein mögliches Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus trifft auf die wachsende Angst vor einer militärischen Eskalation – und das kurz vor einer entscheidenden Frist von US-Präsident Donald Trump.

Trump hatte dem Iran eine Deadline bis Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time (01:00 Uhr MEZ am Mittwoch), gesetzt, um eine Einigung zu erzielen. Für den Fall des Scheiterns drohte er damit, den Iran „auszuschalten" und warnte konkret vor der Zerstörung iranischer Kraftwerke und Brücken. Bedenken, dass solche Maßnahmen Kriegsverbrechen darstellen könnten, wies Trump dabei zurück.

Der Iran seinerseits lehnte einen Vorschlag für einen Waffenstillstand ab und forderte stattdessen ein dauerhaftes Ende des Krieges. Beide Seiten tauschten gegenseitig Angriffe, Spitzen und Beleidigungen aus – eine Einigung erscheint damit weiterhin ungewiss.

Energiemärkte unter Druck

Die blockierte Straße von Hormus – einer der wichtigsten Energieversorgungswege der Welt – hat die Rohstoffmärkte massiv belastet. Rohöl der Sorte Brent notierte zuletzt bei 111,43 US-Dollar pro Barrel. Seit Ausbruch des Krieges ist der Preis damit um rund 39 Dollar oder 53 Prozent gestiegen – ein enormer Schock für die energieabhängigen Volkswirtschaften Europas.

Die Risk-off-Stimmung hat sich bislang noch nicht in einen tiefgreifenden Ausverkauf verwandelt. Dennoch suchten die Aktienmärkte am Dienstag nach Orientierung, während Anleger mehrheitlich an der Seitenlinie blieben. US-Aktienfutures gaben um 0,44 Prozent nach, und auch die europäischen Futures deuteten auf eine verhaltene Markteröffnung hin – zumal Europa nach den Feiertagen am Freitag und Montag erst wieder in den Handel zurückkehrte.

Selbst starke Quartalszahlen des südkoreanischen Chipherstellers Samsung Electronics konnten die gedrückte Marktstimmung nicht aufhellen. Das zeigt, wie sehr das geopolitische Risiko derzeit alle anderen Impulse überlagert.

Yen und Dollar im Fokus

Auch am Devisenmarkt spiegelt sich die Anspannung wider. Der japanische Yen näherte sich gefährlich der Marke von 160 Yen pro US-Dollar – ein Niveau, das Händler als Interventionsschwelle der japanischen Notenbank betrachten. Angesichts der anhaltend starken Nachfrage nach dem US-Dollar könnte eine solche Intervention jedoch wirkungslos verpuffen.

Der Greenback behauptete seine Position, was auf eine ausgeprägte Flucht in sichere Anlagen hindeutet. In Krisenzeiten gilt der US-Dollar traditionell als bevorzugter Zufluchtsort für internationale Investoren.

Europäische Wirtschaftsdaten als Gradmesser

Im Tagesverlauf rückten zudem wichtige Konjunkturdaten in den Blick. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für März aus Frankreich, Deutschland, der Eurozone und Großbritannien könnten erstmals ein klareres Bild davon liefern, wie stark der nun bereits sechs Wochen andauernde Krieg die europäische Wirtschaft belastet.

Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob der Energiepreisschock bereits spürbaren Preisdruck in der Industrie erzeugt. Für Deutschland als exportorientierte und energieintensive Volkswirtschaft sind diese Daten von besonderer Bedeutung.

Kurzfristig bleibt das Iran-Abkommen jedoch das alles entscheidende Thema. Ob Trumps Frist zu einem Durchbruch oder zu einer gefährlichen Eskalation führt, dürfte die Märkte in den kommenden Stunden in Atem halten.

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