ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

STOXX 600 steuert auf beste Woche seit über einem Monat zu

Europas Leitindex notiert nahe Rekordhoch – zyklische Aktien und verschobene US-Zinserwartungen treiben die Rally an.

STOXX 600 steuert auf beste Woche seit über einem Monat zu

Europas Leitindex STOXX 600 hat am Freitag nahe einem Rekordhoch notiert und steuerte auf den größten Wochengewinn seit über einem Monat zu. Der paneuropäische Index erreichte im frühen Handelsverlauf kurzzeitig ein Allzeithoch und lag zuletzt mit 0,2 Prozent im Plus bei 649,86 Punkten. Damit war der Index auf dem Weg zu seinem stärksten Wochenanstieg seit Mitte Mai.

Auch der deutsche DAX markierte ein Allzeithoch und legte um 0,5 Prozent zu. Wichtigster Impulsgeber im DAX war der Industriekonzern Siemens, dessen Aktie um 1,7 Prozent kletterte. Auslöser war eine Hochstufung durch das Analysehaus Kepler Cheuvreux, das die Aktie von „Reduce" auf „Hold" angehoben hatte.

Rally weitet sich auf zyklische Sektoren aus

Rüstungsaktien notierten geringfügig fester, während Russland die Ukraine mit dem schwersten Angriff dieses Jahres bombardierte. Anleger rechnen in Zeiten geopolitischer Spannungen mit höheren Verteidigungsausgaben und Produktionskapazitäten. Rüstungswerte verzeichneten in dieser Woche die stärksten Zuwächse.

Die zuvor stark auf Technologiewerte konzentrierte Rally weitete sich auf Zykliker wie Industrie-, Bank- und Finanzdienstleistungswerte aus – begünstigt auch durch eine Entspannung im Nahen Osten. Technologieaktien hatten am Dienstag dank der weltweiten KI-Rally ihren größten Quartalsgewinn seit 2001 verbucht. Am Freitag legten die Chipwerte Soitec und Aixtron jeweils um 4,1 Prozent zu, während BE Semiconductor ein Plus von 3,6 Prozent verzeichnete.

EZB und Fed im Fokus der Anleger

Ein verhaltener US-Arbeitsmarktbericht schürte die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve mit Zinserhöhungen bis zum späteren Jahresverlauf warten könnte. Gleichzeitig deuteten weltweite Konjunkturdaten weitgehend auf eine widerstandsfähige Wirtschaft hin. Beides stützte die Risikobereitschaft der Anleger.

Auch aus der Eurozone kamen positive Signale: Daten zu Beginn der Woche zeigten, dass die Inflation im Juni langsamer als erwartet gestiegen ist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, dass die Risiken für Inflation und Wirtschaftswachstum nun ausgewogener seien als noch vor wenigen Wochen.

Die ING Bank kommentierte die Lage wie folgt: „Während Vertreter der EZB im Allgemeinen versucht haben, einen restriktiven Ton beizubehalten, haben Präsidentin Christine Lagarde und andere eingeräumt, dass die geldpolitische Reaktion von nun an möglicherweise nicht mehr so aggressiv ausfallen muss." Die Bank ergänzte: „Der niedriger als erwartet ausgefallene Verbraucherpreisindex für Juni und die anhaltend niedrigen Ölpreise bedeuten, dass wohl Zweitrundeneffekte bei der Kerninflation erforderlich wären, damit die EZB die Zinsen erneut anhebt."

Händler rechnen laut LSEG-Daten nun damit, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr um insgesamt 23 Basispunkte anheben wird.

Einzelwerte: Pluxee mit Kurssprung, L'Oréal unter Druck

Auf Unternehmensebene stach der französische Anbieter von Gutscheinen und Mitarbeiter-Benefits Pluxee hervor, dessen Aktie um 5,3 Prozent zulegte. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal einen geringer als erwartet ausgefallenen Rückgang des organischen Umsatzes gemeldet.

Auf der Verliererseite führte der Sektor für Körperpflege- und Haushaltswaren die Branchenverluste an. L'Oréal gab um 2,6 Prozent nach, nachdem JP Morgan erklärt hatte, ein schwächeres zweites Halbjahr für den Kosmetikhersteller zu erwarten. Aufgrund eines US-Feiertags wurde zudem mit einem dünnen Handelsvolumen gerechnet.

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