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Stone Island: Vom Hooligan-Label zum Luxus-Modephänomen

Das Kult-Herrenmodelabel aus der Emilia-Romagna wächst trotz schwächelndem Luxusmarkt – dank Moncler-Investitionen und einer neuen Strategie.

Stone Island: Vom Hooligan-Label zum Luxus-Modephänomen

Stone Island ist mehr als eine Marke – es ist ein Phänomen. Gegründet 1982 von Massimo Osti in der norditalienischen Region Emilia-Romagna, hat sich das Herrenmodelabel von einer Nischenmarke für Fußball-Hooligans und die Cool-Britannia-Bewegung zu einem ernstzunehmenden Player im Luxussegment entwickelt. Der Hauptsitz in Ravarino, einer kleinen Stadt rund 45 Kilometer nordwestlich von Bologna, beherbergt Büros, Labore, eine hauseigene Färberei (tintoria) sowie das umfangreiche Markenarchiv – ein Ort, den viele Enthusiasten als absoluten Lebenstraum betrachten.

Das Unternehmen versteht sich nicht als bloßes Logo oder Modemarke, sondern als Forschungs- und Innovationslabor. „Es ist wichtig, dass Ravarino von der Welt als das gesehen wird, was es schon immer war", sagt Chief Executive Robert Triefus, der 2023 zum Unternehmen stieß. „Es ist die Essenz von Stone Island, es repräsentiert das, wofür diese Marke steht."

Die Ursprünge: Militärplanen als Inspiration

Alles begann mit einem ungewöhnlichen Stoff. Gründer Massimo Osti entwickelte ein Material namens Tela Stella – ein mit Harz beschichteter Baumwoll-Canvas, inspiriert von den Planen militärischer Lastwagen. Osti verwendete diesen Stoff für Mäntel und färbte die Kleidungsstücke, um einzigartige Oberflächen und Reaktionen zu erzeugen. Was auf den ersten Blick farbenfroh und täuschend einfach wirkt, steckt voller technischer Raffinesse – ein Prinzip, das die Marke bis heute prägt.

Seit vier Jahrzehnten befindet sich Stone Island im Wandel: Wer die Marke kauft und wofür sie steht, hat sich kontinuierlich verändert. Heute zählen Rapper und Fußballfans ebenso zur Fangemeinde wie Modekennner, die die technische Expertise der Marke schätzen.

Moncler als Wachstumstreiber

Ein entscheidender Wendepunkt kam im Jahr 2020: Der französisch-italienische Luxuskonzern Moncler übernahm Stone Island für 1,15 Milliarden Euro. Seitdem treibt CEO Triefus, der zuvor 15 Jahre bei Gucci tätig war, eine Strategie voran, die die Stärken der Marke deutlicher hervorhebt. Der Ansatz zeigt Wirkung: Die Umsätze für 2025 stiegen um 4 Prozent auf 411,2 Millionen Euro, wie Moncler im Februar mitteilte – ein beachtliches Ergebnis in einem insgesamt schwächelnden Luxusmarkt.

Achim Berg, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft FashionSIGHTS, ordnet den Erfolg in einen breiteren Trend ein: „Der aktuelle Vorstoß in den High-End-Luxusbereich ist ein Kraftakt und erfordert kommerzielle Expertise, die Moncler offensichtlich einbringt." Berg sieht den Zeitpunkt als günstig: „Die Verbraucher tendieren zunehmend zu Langlebigkeit, Funktionalität und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis – genau das, worum es bei Stone Island schon immer ging."

Kooperation mit Dior als Ritterschlag

Der Aufstieg ins Luxussegment manifestierte sich im Herbst 2024 in einer Kooperation mit dem französischen Modehaus Dior – ein Signal, dass Stone Island in den höchsten Kreisen der Modewelt angekommen ist. Während sich die Herrenmode insgesamt von der durch Hype getriebenen Logomanie der Streetwear-Jahre entfernt, wächst die Popularität von Stone Island weiter. Die Marke profitiert dabei von einem Zeitgeist, der Authentizität, Handwerk und technische Innovation über kurzlebige Trends stellt.

Für deutsche Privatanleger ist Stone Island vor allem als Teil des Moncler-Konzerns relevant, der an der Mailänder Börse notiert ist. Die solide Umsatzentwicklung von Stone Island unterstreicht die Stärke des Moncler-Portfolios – auch in einem herausfordernden Marktumfeld für Luxusgüter.

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