STMicroelectronics-Prognose beflügelt europäische Technologiewerte deutlich
Starke Umsatzziele von STMicroelectronics treiben Europas Technologiesektor an – STOXX 600 legt zu.

Die europäischen Aktienmärkte sind am Dienstag mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet. Ausschlaggebend waren kräftige Prognosen des Chipherstellers STMicroelectronics, die den gesamten Technologiesektor beflügelten. Der paneuropäische STOXX 600 stieg bis 07:15 Uhr GMT um 0,7 Prozent auf 625,20 Punkte.
Technologiewerte führten die Sektorgewinne mit einem Plus von 2,4 Prozent an. Die Aktie von STMicroelectronics kletterte dabei um beeindruckende 9,8 Prozent auf 65,10 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2000 – ein Niveau, das seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr gesehen wurde.
STMicroelectronics hebt Umsatzziele für Rechenzentren an
Auslöser des Kursanstiegs war die Anhebung der Umsatzziele für das Rechenzentrumsgeschäft durch STMicroelectronics. Das Unternehmen signalisiert damit eine starke Nachfrage, die auf den anhaltenden KI-Boom zurückzuführen ist. Künstliche Intelligenz treibt weltweit den Bedarf an leistungsfähigen Halbleitern und Rechenzentrumskapazitäten in die Höhe.
Andere Unternehmen aus dem KI-Umfeld profitierten ebenfalls von der positiven Stimmung. Infineon legte um 5,2 Prozent zu, Schneider Electric verzeichnete ein Plus von 2,4 Prozent. Beide Titel gelten als Profiteure des wachsenden Bedarfs an KI-Infrastruktur in Europa.
Geopolitische Lage stützt Risikobereitschaft der Anleger
Neben den starken Unternehmensnachrichten sorgte auch die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten für Erleichterung an den Märkten. Der Libanon kündigte am Montag nach einer kurzen Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel an. Dies stützte die Risikobereitschaft der Anleger zusätzlich.
Die Rohölpreise gaben infolgedessen um etwa 1 Prozent nach. Anleger setzten zudem Hoffnungen auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach Gespräche mit dem Iran andauerten. Allerdings berichteten Medien, dass Teheran die indirekten Verhandlungen mit Washington ausgesetzt habe. Analysten wiesen darauf hin, dass Energiepreise bei 94 US-Dollar pro Barrel für die Wirtschaft schmerzhaft bleiben dürften.
Inflationsdaten und EZB-Zinsentscheid im Fokus
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Zur AktienanalyseParallel zum positiven Marktauftakt warteten Anleger auf einen wichtigen Inflationsbericht für die Eurozone. Der im Tagesverlauf erwartete Bericht zur Verbraucherinflation sollte zeigen, dass die Verbraucherpreise im Mai auf Jahresbasis um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie sich der Nahostkonflikt auf die Wirtschaft der Eurozone ausgewirkt hat.
Händler erwarten laut von LSEG zusammengestellten Daten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche um 25 Basispunkte anheben wird. Eine solche Zinserhöhung würde den geldpolitischen Straffungskurs der EZB im Kampf gegen die Inflation fortsetzen.
Zu den negativen Ausreißern des Tages zählte Abivax. Die Aktie des französischen Arzneimittelherstellers brach um 27 Prozent ein, nachdem das Unternehmen Ergebnisse einer Spätphasenstudie für sein Medikament gegen entzündliche Darmerkrankungen veröffentlicht hatte. Details zu den Studienergebnissen ließen die Anleger offenbar enttäuscht zurück.


