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STMicroelectronics-Aktie bricht nach schwachem Ausblick um 16 Prozent ein

Enttäuschende Umsatzprognose für Q3 und wachsende Zweifel am KI-Investitionsboom belasten den europäischen Chiphersteller massiv.

STMicroelectronics-Aktie bricht nach schwachem Ausblick um 16 Prozent ein

Die Aktien von STMicroelectronics haben am Donnerstag bis zu 16 Prozent an Wert verloren. Auslöser war eine Umsatzprognose für das dritte Quartal, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Der französisch-italienische Konzern gehört zu den größten Chipherstellern Europas und beliefert unter anderem SpaceX.

Konkret erwartet STMicro für das dritte Quartal einen Umsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht zwar einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch unter dem Konsens der Analysten, der bei 3,76 Milliarden US-Dollar lag. Diese vergleichsweise geringe Abweichung reichte aus, um Anleger zu verunsichern – ein Zeichen dafür, wie hoch die Erwartungen an KI-nahe Chiphersteller inzwischen gestiegen sind.

Dabei hatte sich die STMicro-Aktie seit Jahresbeginn verdoppelt. Das Unternehmen profitierte vom Boom beim Bau von KI-Rechenzentren und expandierte über seinen traditionellen Kundenstamm in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Automobil und Industrie hinaus. Zu den bekannten Kunden zählen Apple sowie Automobilhersteller in Europa, China und den USA.

Citigroup warnt vor kurzfristigen Kursrisiken

Die Analysten der Citigroup kommentierten den Ausblick nüchtern: Der Ausblick zeige zwar eine „anhaltende Beschleunigung des Wachstums im Bereich KI/Rechenzentren", doch seien „die Erwartungen und die Aktienkurse in diesem Jahr entsprechend gestiegen". Sie fügten hinzu, dass die Aktien „ohne heutige Schätzungsdynamik kurzfristig Schwierigkeiten haben könnten".

Der Kursrückgang trifft STMicro in einem schwierigen Marktumfeld. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt über die Nachhaltigkeit der KI-Rallye, die in den vergangenen Wochen bereits zu erhöhter Volatilität bei KI-bezogenen Chip-Aktien geführt hat. Zusätzlich verstärkte Google die Verunsicherung, nachdem der Konzern am Mittwoch für das zweite Quartal zum ersten Mal seit seinem Börsengang vor mehr als 20 Jahren einen negativen freien Cashflow von minus 5,9 Milliarden US-Dollar meldete. Gleichzeitig erhöhte Google seine Investitionsausgaben (Capex) um 15 Milliarden US-Dollar – ein Schritt, der Fragen über das Ausmaß der Wette auf Künstliche Intelligenz aufwirft.

Starkes Q2-Ergebnis und ambitionierte Rechenzentrum-Ziele

Trotz des Kursrückgangs lieferte STMicro für das zweite Quartal solide Zahlen. Der Nettoumsatz für die drei Monate bis Ende Juni betrug 3,49 Milliarden US-Dollar – leicht über den Analystenschätzungen von 3,46 Milliarden US-Dollar und ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 222 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 97 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen hob seine Umsatzprognosen am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Im Bereich Rechenzentren erwartet STMicro für das laufende Jahr einen Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollar. Bis 2027 soll dieser Wert deutlich über 2 Milliarden US-Dollar steigen – „getrieben durch die anhaltend starke Nachfrage" von KI-Kunden.

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die enge Partnerschaft mit SpaceX. Hunderte von STMicro-Chips stecken in den zehntausenden Starlink-Terminals, die SpaceX täglich produziert. Darüber hinaus unterzeichnete das Unternehmen im Februar eine Vereinbarung mit Amazon Web Services über die Lieferung von Chips für „Hochbreitband-Konnektivität" und Energiemanagement.

Vorstandschef Jean-Marc Chery zeigte sich zuversichtlich: Die AWS-Vereinbarung „positioniert uns ideal für eine weitere Skalierung" und rücke das Unternehmen „ins Zentrum der KI-Revolution". Ob der Markt diese Einschätzung teilt, wird der weitere Kursverlauf zeigen – die heutige Reaktion der Anleger deutet auf erhebliche Skepsis hin.

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