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Stihl zwischen Wachstum und Unsicherheit

Wie Zölle, Stellenabbau und Akkustrategie den Kettensägenhersteller herausfordern

 Stihl zwischen Wachstum und Unsicherheit

Der Kettensägenhersteller Stihl ist stark vom US-Geschäft abhängig. Rund ein Drittel seines Umsatzes erzielt das Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Bereits seit den 1970er-Jahren ist Stihl dort aktiv und sieht sich laut Unternehmensführung als Teil der amerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Der Vorstandsvorsitzende Michael Traub bezeichnet das Unternehmen sogar als „fast ein amerikanisches Unternehmen“. Bei der jüngsten Bilanzkonferenz wurde betont, dass das Geschäftsjahr positiv verlaufen sei. Der Umsatz stieg leicht auf 5,33 Milliarden Euro, der Eigenkapitalanteil liegt bei fast 70 Prozent. Angaben zur Marge oder zum Gewinn macht Stihl wie schon in den Vorjahren nicht.

Ein zentrales Element der Produktion ist Magnesium. Stihl betreibt in Waiblingen mehrere eigene Werke zur Verarbeitung des Metalls und produziert daraus Kolben und Motordeckel für Benzinmotoren. Diese Teile werden weltweit in die eigenen Fabriken geliefert. Im internationalen Handel mit den USA kann dieses Alleinstellungsmerkmal jedoch zur Belastung werden. Durch neue Zollregelungen der US-Regierung entstehen zusätzliche Abgaben auf importierte Magnesiumteile, wodurch die bisher kostengünstige Eigenproduktion finanziell unter Druck gerät.

Das Unternehmen sieht sich auch mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Der Wandel vom Verbrennungsmotor zur Akkutechnologie verlangt neue Kompetenzen und Produktionsmethoden. Der Anteil der Akkugeräte soll bis 2027 von 25 auf 35 Prozent steigen. Das bedeutet für viele Beschäftigte in Deutschland Veränderungen, da die Batterieproduktion hierzulande laut Unternehmensangaben nicht wettbewerbsfähig sei. In Deutschland sind knapp 6000 Menschen bei Stihl beschäftigt. Der Vorstand kündigte an, im Inland eine niedrige dreistellige Zahl an Stellen zu streichen, im Ausland sollen rund 500 Stellen entfallen.

Im Zuge dieser Transformation baut Stihl auch neue Produktionsstätten auf. In Rumänien entsteht ein Standort mit 700 zusätzlichen Arbeitsplätzen für die Batterieproduktion. Auch in den USA wurde kürzlich in diesen Bereich investiert. Das Ziel ist es, Lieferketten regionaler zu gestalten und so unabhängiger von Zöllen und politischen Veränderungen zu werden. Trotz der Unsicherheiten will Stihl weiter wachsen. Die aktuelle Lage sei volatil, Entscheidungen könnten kaum langfristig geplant werden, so das Management. Zolltarifnummern änderten sich häufig, was zusätzliche Hürden mit sich bringe. Dennoch sieht sich das Unternehmen im internationalen Vergleich gut aufgestellt.

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