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Stihl investiert 60 Millionen Dollar in den USA

Deutsche Unternehmen expandieren, Heimatmarkt bleibt wegen hoher Kosten und Bürokratie zurück

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Stihl investiert 60 Millionen Dollar in den USA

Stihl, der Kettensägen-Hersteller aus dem schwäbischen Waiblingen, hat angekündigt, 60 Millionen Dollar in den USA zu investieren, um die Produktion von aufladbaren Akku-Geräten auszubauen. Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem Trend vieler deutscher Unternehmen, ihre Geschäfte in den USA auszuweiten, während die Aussichten auf dem Heimatmarkt schwierig sind. Beispiele dafür sind Haribo, Miele und Schott, die ebenfalls in den USA expandieren. Haribo hat letztes Jahr ein Werk in Wisconsin eröffnet, Miele baut eine Produktionsstätte in Alabama, und Schott plant ein neues Werk in North Carolina.

Nikolas Stihl, der Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzende des Unternehmens, betont, dass Stihl „da produziert, wo der Markt ist“ und dass das Unternehmen noch nie Förderungen erhalten hat. Ein Drittel des Gesamtumsatzes von 5,3 Milliarden Dollar entfällt auf die USA, mit steigender Tendenz. Stihl ist jedoch pessimistisch bezüglich Investitionen in Deutschland. Ein geplantes Werk in Ludwigsburg liegt vorerst auf Eis, und eine Entscheidung darüber wird erst 2030 getroffen. In den nächsten fünf Jahren plant das Unternehmen keine Investitionen in Deutschland.

Stihl hat oft die hohen Lohnkosten und die Bürokratie in Deutschland kritisiert, im Gegensatz zu den USA, wo die Rahmenbedingungen trotz hoher Löhne besser sind. Nikolas Stihl weist darauf hin, dass die Arbeitskosten in den USA, inklusive aller Sozialkosten und geleisteten Arbeitsstunden, um 30 Prozent niedriger sind als in Deutschland. Am Mittwoch nahm Stihl in New York den „Global Leadership Award“ des American German Institute (AGI) der Johns-Hopkins-Universität entgegen, eine wichtige transatlantische Auszeichnung für sein Engagement in den USA und Deutschland.

Stihl zeigt sich besorgt über die anstehenden Wahlen in den USA und die Möglichkeit von Protektionismus unter den möglichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden. Sollte Trump gewinnen und Zölle von zehn Prozent auf alle Güter erheben, könnte dies negative Auswirkungen haben. Michael Traub, der Vorstandsvorsitzende von Stihl, betont, dass sich das Unternehmen auf eine mögliche zweite Amtszeit von Trump vorbereitet und erwägt, seine Lieferanten noch stärker vor Ort zu suchen. Schon jetzt beschafft Stihl 61 Prozent der Materialien in den USA, was ausreicht, um das Gütesiegel „made in USA“ zu erhalten.

Stihl hat eine lange Erfolgsgeschichte in den USA. Bereits 1974 eröffnete das Unternehmen ein Werk in Virginia Beach, das heute 2700 Mitarbeiter beschäftigt. Stihl-Kettensägen und andere Geräte haben in den USA Kultstatus erreicht. Die Stihl „Timbersports“ sind eine Art Forst-Olympiade, die von Millionen Menschen im Fernsehen verfolgt wird. Auch der Pianist der Rolling Stones, Chuck Leavell, ist ein bekannter Fan der Stihl-Kettensägen.

In einem Land, das von Konkurrenten wie Black & Decker dominiert wird, ist Stihl seit Jahren die Nummer eins bei benzinbetriebenen Kettensägen und anderen Geräten für professionelle Landschaftsgärtner. Die Nachfrage nach Elektrogeräten steigt jedoch, und Stihl baut diese Produktion nun für 60 Millionen Dollar aus. Auch andere Geräte wie der „Zero Turn“-Rasenmäher sind in den USA beliebt, obwohl sie in Deutschland kaum verkauft werden. Stihl hat davon bereits eine Million Exemplare in den USA verkauft.

USA

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