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Steuerlast für Rentner steigt massiv: So schützen Sie Ihr Einkommen

Über eine Million Rentner mehr zahlen in Großbritannien Einkommensteuer – Experten erklären, wie Betroffene ihre Steuerlast gezielt senken können.

Steuerlast für Rentner steigt massiv: So schützen Sie Ihr Einkommen

Die Steuerlast für Rentner in Großbritannien wächst rasant. Neue Zahlen der britischen Finanzbehörde HMRC belegen: Im Zeitraum 2023/24 zahlten 8,16 Millionen Rentner Einkommensteuer – das sind über eine Million mehr als im Vorjahr, als es noch 7,14 Millionen waren. Hauptursache ist die sogenannte kalte Progression, also das Einfrieren der Steuerfreibeträge bei gleichzeitig steigenden Einkommen.

Die Einkommensteuerschwellen sind seit 2021/22 eingefroren und sollen erst im April 2031 wieder angepasst werden. Das hat weitreichende Folgen: Immer mehr Rentner überschreiten erstmals die Steuerschwelle, während jene, die bereits Steuern zahlen, in höhere Steuerklassen rutschen. Eine Untersuchung der Rentenberatung LCP ergab, dass sich die Zahl der Rentner, die den höheren oder den Maximalsatz zahlen, innerhalb von vier Jahren verdoppelt hat und nun etwas mehr als eine Million erreicht – das entspricht jedem neunten Rentner.

Die Konsequenzen gehen über die reine Einkommensteuer hinaus. Wer die Schwelle zum höheren Steuersatz auch nur geringfügig überschreitet, sieht seinen persönlichen Freibetrag für Zinseinkünfte von 1.000 auf 500 Britische Pfund sinken. Zudem steigt der Steuersatz von 20 auf 40 Prozent (ab 2027: 42 Prozent). Auch bei der Kapitalertragsteuer springt der Satz beim Verkauf von Anlagen von 18 auf 24 Prozent, sobald man in die höhere Steuerklasse fällt.

Wie das Einkommen von Rentnern besteuert wird

Viele Rentner sind unsicher, wie ihr Einkommen im Ruhestand besteuert wird. Grundsätzlich gilt: Mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters entfallen zwar die Sozialversicherungsbeiträge, das Einkommen wird jedoch ansonsten genauso besteuert wie zuvor. Es gibt keinen gesonderten Rentner-Freibetrag und keine abweichenden Steuersätze.

Die Steuerlast richtet sich nach dem Gesamteinkommen – dazu zählen staatliche Rente, private Renten, etwaige Erwerbseinkünfte sowie Mieteinnahmen und Erträge aus Ersparnissen und Anlagen, die nicht in einem steuerfreien ISA-Konto oder einer Pension gehalten werden. In der Regel zieht der private Rentenanbieter die Steuer direkt bei Auszahlungen ab. Bei komplizierteren Einkommensverhältnissen aus mehreren Quellen kann jedoch eine jährliche Steuererklärung erforderlich werden.

Die aktuellen Steuerschwellen in Großbritannien im Überblick:

  • Einkommen bis 12.570 Pfund (Grundfreibetrag): 0 %
  • Einkommen zwischen 12.571 und 50.270 Pfund (Basissteuersatz): 20 %
  • Einkommen zwischen 50.271 und 125.140 Pfund (höherer Steuersatz): 40 %
  • Einkommen über 125.140 Pfund (Zusatzsteuersatz): 45 %

Besonders wohlhabende Rentner mit einem Jahreseinkommen über 100.000 Pfund sollten beachten, dass ihr persönlicher Freibetrag ab dieser Marke schrittweise reduziert wird und bei 125.140 Pfund vollständig entfällt. Dadurch kann der effektive Steuersatz auf das Einkommen zwischen diesen beiden Punkten 60 Prozent erreichen. Laut einer Informationsfreiheitsanfrage von interactive investor sind im Zeitraum 2024/25 insgesamt 77.000 Personen in diese sogenannte „60-Prozent-Steuerfalle" geraten – mehr als doppelt so viele wie noch vor drei Jahren.

Steuerschwellen kennen und Einkommen gezielt steuern

Wer sein Einkommen steuerlich effizient gestalten möchte, sollte zunächst die genauen Steuerschwellen kennen und das eigene Jahreseinkommen genau im Blick behalten. Wer beispielsweise als Basissteuerzahler weiß, dass er im nächsten Jahr voraussichtlich in die höhere Steuerklasse rutschen wird, kann überschüssiges Einkommen bereits im laufenden Jahr entnehmen und zurücklegen – um die spätere Steuerlast zu begrenzen.

Ein weiterer Hebel ist die Nutzung steuerfreier Einkommensquellen. Entnahmen aus einem Aktien-ISA sind vollständig steuerfrei und können genutzt werden, um das Renteneinkommen aufzustocken, ohne die Steuerlast zu erhöhen. Solange das Geld im ISA verbleibt, profitiert es zudem weiterhin vom steuerfreien Wachstum am Aktienmarkt.

Darüber hinaus können Rentner 25 Prozent ihres Rentenkapitals steuerfrei entnehmen. Statt diese Pauschalsumme sofort zu Beginn des Ruhestands abzurufen, kann es sinnvoll sein, sie schrittweise zu entnehmen und als steuerlich effizientes Mittel zur Einkommensaufbesserung im weiteren Ruhestandsverlauf einzusetzen – insbesondere wenn kein unmittelbarer Bedarf für das Kapital besteht.

Gemeinsam mit dem Partner die Steuerlast senken

Verheiratete Rentner oder Paare, die ihre Finanzen gemeinsam verwalten, haben zusätzliche Möglichkeiten, ihre kollektive Steuerlast zu reduzieren. Durch eine geschickte Aufteilung der Einkommensquellen zwischen den Partnern lässt sich die Gesamtbelastung oft spürbar senken.

Obwohl die wachsende Steuerlast für Rentner unbestreitbar ist, bietet der Ruhestand – zumindest für jene mit einem flexiblen Renten-Drawdown – mehr Gestaltungsspielraum als viele vermuten. Wer die relevanten Schwellenwerte kennt und seine Einnahmen aktiv plant, kann seine Steuerlast gezielt unter Kontrolle halten. Rentner mit einer Rentenversicherung mit fester Rente haben diese Flexibilität hingegen nicht, da ihr Einkommen nicht angepasst werden kann.

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