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Stellenabbau in Deutschland: Zahl der Transfergesellschafts-Beschäftigten steigt stark

Immer mehr Arbeitnehmer landen in Transfergesellschaften – bundesweit stieg die Zahl von 10.000 auf 15.000 innerhalb eines Jahres.

Stellenabbau in Deutschland: Zahl der Transfergesellschafts-Beschäftigten steigt stark

Der deutsche Arbeitsmarkt steht unter Druck. Laut Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Menschen in Transfergesellschaften bundesweit von knapp 10.000 Ende 2024 auf rund 15.000 Ende 2025 gestiegen. Mehr als 11.000 davon waren zuvor im Verarbeitenden Gewerbe tätig – einem Sektor, der besonders stark unter dem Strukturwandel leidet.

Transfergesellschaften haben einen klar definierten Zweck: Sie fangen Arbeitnehmer auf, die von Entlassung bedroht sind, und sollen den Stellenabbau sozialverträglicher gestalten. Wer in eine Transfergesellschaft wechselt, wird nicht arbeitslos, sondern bleibt dort für maximal zwölf Monate angestellt. In dieser Zeit soll ein neuer Arbeitsplatz gefunden werden – oft unterstützt durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen.

Wie Transfergesellschaften funktionieren

Der Wechsel in eine Transfergesellschaft ist für Arbeitnehmer freiwillig. Während der Beschäftigung dort erhalten sie in der Regel rund 80 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts, finanziert über das Transfer-Kurzarbeitergeld der Arbeitsagenturen. Der entlassende Betrieb übernimmt unter anderem die Sozialversicherungsbeiträge sowie die Kosten für Qualifizierungen und den Transferträger.

Für Arbeitgeber bietet das Modell ebenfalls Vorteile: Sie können Beschäftigte ohne Einhaltung von Kündigungsfristen sofort abgeben und profitieren davon, dass ein sozialverträglicher Stellenabbau ihrem Image weniger schadet als klassische Massenentlassungen.

Ein konkretes Beispiel liefert Alberto Zuniga, 57 Jahre alt und mehr als 17 Jahre lang als Industriemechaniker bei einem Laserhersteller in Fürth tätig. Wegen der engen Verflechtung seines Arbeitgebers mit der Automobilindustrie und wegbrechender Aufträge musste seine gesamte Abteilung schließen. „Weil wir mit der Automobilindustrie sehr verbunden waren und die Aufträge nicht mehr gegeben sind, deswegen mussten die komplette Abteilung schließen. Davon bin auch ich betroffen", sagt Zuniga. Seit dem 1. Mai ist er bei der MyPegasusGPQ in Nürnberg angestellt und sucht gemeinsam mit einer Personalberaterin nach neuen beruflichen Perspektiven. Insgesamt 27 Beschäftigte seines früheren Arbeitgebers wurden in die Transfergesellschaft überführt.

30 Jahre GPQ: Von Grundig bis heute

Die Geschichte der GPQ in Nürnberg reicht 30 Jahre zurück. Gegründet wurde sie, nachdem der Unterhaltungselektronik-Hersteller Grundig in die Krise geriet und Tausende Beschäftigte vor der Arbeitslosigkeit standen. Seitdem verläuft die Arbeit der Transfergesellschaft in Wellen – abhängig von der konjunkturellen Lage und dem industriellen Strukturwandel.

Den bisherigen Höhepunkt markierte das Jahr 2006, als das AEG-Werk schloss und rund 1.700 Arbeiter ihren Job verloren. Seit ihrer Gründung hat die GPQ über 27.000 Menschen aufgefangen. Bei rund 80 Prozent gelang es, die Betroffenen erfolgreich in neue Beschäftigung zu vermitteln – eine beachtliche Quote angesichts der oft schwierigen Ausgangslage älterer Arbeitnehmer.

Auch Alberto Zuniga gibt die Hoffnung nicht auf. „Ich schaue jeden Tag in meine Mails und gucke, was neu reingekommen ist an Angeboten, und dann versuche ich, etwas Positives daraus zu machen", sagt er. Mit der Unterstützung der Transfergesellschaft hat er nun ein Jahr Zeit, um einen neuen Einstieg ins Berufsleben zu finden.

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