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Stellantis setzt auf Kupfer-Investments und chinesische EV-Partnerschaften

Der Automobilkonzern Stellantis sichert seine Rohstoffversorgung in Argentinien und entwickelt mit Leapmotor ein neues Elektro-SUV für Opel.

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Stellantis navigiert in einem komplexen globalen Automobilmarkt: Der Konzern verfolgt gleichzeitig eine Rohstoffstrategie für Elektrofahrzeugbatterien und sucht Kostenvorteile durch Kooperationen mit chinesischen Herstellern. Zwei strategische Weichenstellungen stehen dabei im Mittelpunkt – eine Kupfermine in Argentinien und ein neues Elektro-SUV unter der Marke Opel.

Der Konzern hält eine Beteiligung von 18,3 Prozent an McEwen Copper, dem Entwickler des Los-Azules-Projekts in Argentinien. Los Azules gilt als eines der zehn größten unerschlossenen Kupferprojekte der Welt. Eine Machbarkeitsstudie beziffert den Nettogegenwartswert nach Steuern auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Die Produktion soll ab 2030 anlaufen, mit einer geplanten Durchschnittsproduktion von 204.800 Tonnen Kupferkathode jährlich in den ersten fünf Jahren.

Auch der Bergbauriese Rio Tinto ist an dem Projekt beteiligt – derzeit mit 17,2 Prozent über sein Nuton-LLC-Vehikel – und prüft Berichten zufolge eine Aufstockung seiner Investition. Hintergrund ist die steigende Kupfernachfrage durch Rechenzentren und die Energiewende. McEwen Copper benötigt für die Erschließung des Projekts ein Anfangskapital von 4 Milliarden US-Dollar und plant zudem einen Börsengang von rund 300 Millionen US-Dollar.

Opel und Leapmotor: Chinesische Technologie für Europa

In Europa setzt Stellantis bei seiner Tochtermarke Opel auf eine weitreichende Kostensenkungsstrategie. Opel-Chef Florian Huettl hat angekündigt, dass die Marke gemeinsam mit dem chinesischen Elektroautohersteller Leapmotor ein neues kompaktes Elektro-SUV entwickelt. Die Produktion soll im Sommer 2028 im Stellantis-Werk im spanischen Zaragoza beginnen.

Die Arbeitsteilung ist klar definiert: Leapmotor liefert Antriebsstrang, Batterie und digitale Architektur, während Opels Ingenieure in Rüsselsheim für Design und kundenseitige Komponenten wie Lenkung, Sitze und Beleuchtung zuständig sind. Diese Zusammenarbeit soll Entwicklungszeit und -kosten deutlich reduzieren. Sie fällt jedoch in eine Phase erheblichen Stellenabbaus: Die Ingenieurbelegschaft in Rüsselsheim soll von 1.650 auf 1.000 Mitarbeiter schrumpfen – ein drastischer Rückgang gegenüber den 7.000 Ingenieuren, die zum Zeitpunkt der PSA-Übernahme 2017 dort beschäftigt waren.

Darüber hinaus wurden die Pläne für eine Batteriezellfabrik in Kaiserslautern offiziell aufgegeben. Stellantis setzt damit klar auf globalisierte Lieferketten statt auf kostenintensive lokale Fertigung in Deutschland.

US-Markt: Hybride überholen Elektroautos

Die strategischen Investitionen von Stellantis finden vor dem Hintergrund einer volatilen Verbrauchernachfrage statt. In den USA zeigt sich eine deutliche Zweiteilung: Laut Daten von Motor Intelligence stiegen die Verkäufe von Hybridfahrzeugen in den zwei Monaten nach Ende Februar um 37 Prozent – und damit deutlich stärker als die Verkäufe rein elektrischer Fahrzeuge, die lediglich um 11 Prozent zulegten.

Analysten führen diesen Trend auf mehrere Faktoren zurück: das Auslaufen der staatlichen EV-Steuergutschriften, die Bequemlichkeit von Hybriden für Verbraucher, die der Ladeinfrastruktur skeptisch gegenüberstehen, sowie die günstigeren Preise von Hybridmodellen. Toyota hat diesen Trend frühzeitig erkannt und seine meistverkauften Modelle RAV4 und Camry auf reine Hybridversionen umgestellt.

Trotz steigender Kraftstoffpreise bleibt die Nachfrage nach großen Pickups in den USA robust: Die Verkäufe stiegen im März und April um 20 Prozent. Händler, die Marken wie Stellantis, Kia und General Motors vertreten, berichten, dass Kunden zunehmend auf Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Hybride gewinnen dabei im Segment der „grünen" Fahrzeuge derzeit die Oberhand gegenüber reinen Elektroautos.

Fazit: Stellantis balanciert zwischen Elektrifizierung und Wirtschaftlichkeit

Stellantis verfolgt eine mehrstufige Strategie, um die aktuelle Marktvolatilität zu überstehen. Die Beteiligung an Los Azules sichert langfristigen Zugang zu Kupfer als kritischem Rohstoff für die EV-Produktion. Die Leapmotor-Partnerschaft bei Opel adressiert die hohen Entwicklungskosten europäischer Elektrofahrzeuge durch chinesisches Know-how. Beide Schritte spiegeln einen breiteren Branchentrend wider: Etablierte Automobilhersteller müssen die Transformation zur Elektromobilität mit den wirtschaftlichen Realitäten der Gegenwart in Einklang bringen.

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