Stellantis schreibt 22 Milliarden Euro ab: Opel-Mutter im Tief
Der Vielmarkenkonzern leidet unter dem Kurswechsel bei Elektroautos und massivem Preisdruck in seinen wichtigsten Märkten.

Stellantis hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro gemeldet. Der Konzern, zu dem Marken wie Opel, Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo und Jeep gehören, musste massive Wertberichtigungen auf seine Elektroautostrategie vornehmen. Die gesamten Abschreibungen und Wertminderungen summierten sich auf 25,4 Milliarden Euro.
Hintergrund ist der politische Kurswechsel in den USA: Präsident Donald Trump strich Subventionen für Elektrofahrzeuge und lockerte Abgasvorschriften. Dies löste eine erhebliche Nachfrageschwäche in einem der wichtigsten Märkte des Konzerns aus und zwang Stellantis, seine bisherige Elektrostrategie grundlegend zu überdenken.
Operatives Geschäft ebenfalls unter Druck
Auch bereinigt um die Sondereffekte lief das Tagesgeschäft schlecht. Sowohl in Nordamerika – traditionell die profitabelste Region dank starker Pick-up- und SUV-Verkäufe – als auch in Europa schrieb der Konzern rote Zahlen. Ursache ist anhaltender Preisdruck, der die Margen empfindlich belastet.
Stellantis steht damit nicht allein: Auch die US-Rivalen General Motors und Ford mussten Milliarden auf ihre Elektropläne abschreiben. Der gesamte Sektor leidet unter dem abrupten Strategiewechsel, den Trumps Politik ausgelöst hat.
Neuer Chef, neuer Kurs – aber langer Weg zurück
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Zur AktienanalyseKonzernchef Antonio Filosa, erst seit Kurzem im Amt, stand vor einer schwierigen Aufgabe: Er sollte den Konzern aus einer hausgemachten US-Krise führen, muss nun aber zunächst einen umfassenden Sanierungsprozess bewältigen. Stellantis streicht Elektromodelle, weitet das Angebot an Verbrenner- und Hybridfahrzeugen aus und restrukturiert Produktion sowie Lieferketten.
Die Rückkehr zur Profitabilität lässt auf sich warten. Einen positiven Free Cashflow im Fahrzeuggeschäft erwartet das Management frühestens für das Jahr 2027. Für Aktionäre bedeutet das eine längere Durststrecke, bevor sich die Restrukturierungsmaßnahmen in konkreten Zahlen niederschlagen.


