Stellantis-CEO kündigt Kehrtwende an: 2026 wird Jahr der Umsetzung
Der neue Stellantis-Chef Antonio Filosa will den angeschlagenen Autokonzern nach Jahren sinkender Marktanteile zurück auf Erfolgskurs bringen. Im Fokus stehen die Marken Jeep und Ram sowie eine Abkehr von der reinen Elektrostrategie.

Der Stellantis-Konzern steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. CEO Antonio Filosa, der erst im Mai 2025 die Führung übernahm, bezeichnet 2026 als das "Jahr der Umsetzung" für den viertgrößten Automobilhersteller der Welt. Nach Jahren dramatischer Verkaufsrückgänge soll eine umfassende Sanierungsstrategie den Konzern wieder auf Wachstumskurs bringen.
Dramatische Verkaufseinbrüche unter Vorgänger Tavares
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Unter dem im Dezember 2024 abgetretenen CEO Carlos Tavares brachen die weltweiten Verkäufe von Stellantis um 12,3 Prozent ein – von 6,5 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2021 auf nur noch 5,7 Millionen im Jahr 2024. Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage auf dem wichtigen US-Markt: Hier sanken die Verkäufe im gleichen Zeitraum um 27 Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten. Der Marktanteil schrumpfte von 11,6 auf nur noch 8 Prozent, wodurch Stellantis vom vierten auf den sechsten Platz bei den US-Verkäufen zurückfiel.
Fokus auf Jeep und Ram statt reine Elektrostrategie
Filosa hat bereits erste Weichenstellungen vorgenommen. Im Zentrum seiner Strategie stehen die profitablen Marken Jeep und Ram, die für den US-Markt besonders wichtig sind. Gleichzeitig rudert der neue Chef bei der von Tavares forcierten reinen Elektrostrategie zurück. "Dieses Jahr ist ein erster Schritt bei der Neugestaltung des Unternehmens", erklärte Filosa, der bei öffentlichen Auftritten demonstrativ eine Jeep-Weste trägt.
Kapitalmarkttag soll Klarheit bringen
Konkrete Details zu seiner Zukunftsstrategie will Filosa erst beim Kapitalmarkttag in der ersten Jahreshälfte 2026 präsentieren. Dabei schließt er weder eine regionale Neuausrichtung noch eine Verkleinerung des umfangreichen Markenportfolios aus. Zu diesem gehören neben Jeep, Ram und Dodge auch die italienischen Marken Fiat und Alfa Romeo sowie weitere Brands. Allerdings betonte der CEO, dass das Unternehmen "zusammenbleiben" wolle – eine Absage an Wall-Street-Spekulationen über mögliche Verkäufe einzelner Marken oder Geschäftsbereiche.
Großes Führungstreffen als nächster Schritt
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Zur AktienanalyseBereits nächste Woche will Filosa mit über 200 Führungskräften zusammenkommen. Das Treffen soll sich auf drei Kernthemen konzentrieren: den bevorstehenden Kapitalmarkttag, die Unternehmenskultur und die konkrete Umsetzung der Strategie im Jahr 2026. Der CEO macht damit deutlich, dass er nicht nur strukturelle Veränderungen plant, sondern auch die interne Kultur des 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler und der französischen PSA Groupe entstandenen Konzerns verändern will.
Herausforderungen auf mehreren Märkten
Neben den USA kämpft Stellantis auch auf anderen wichtigen Märkten mit Problemen. Besonders die italienischen Marken Fiat und Alfa Romeo konnten auf dem Heimatmarkt nicht überzeugen. Die Frage, ob der Konzern langfristig mit 14 Marken erfolgreich sein kann oder ob eine Konzentration auf die stärksten Brands notwendig ist, dürfte beim Kapitalmarkttag eine zentrale Rolle spielen. Investoren und Analysten erwarten konkrete Antworten darauf, wie Filosa den Turnaround schaffen will.


