Stellantis-CEO Filosa präsentiert Turnaround-Plan bei schwacher Aktie
Beim Kapitalmarkttag nahe Detroit stellt Antonio Filosa seinen Sanierungsplan für den angeschlagenen Automobilkonzern vor.

Stellantis-CEO Antonio Filosa steht vor einem entscheidenden Moment: Beim Kapitalmarkttag in der nordamerikanischen Zentrale des Konzerns nahe Detroit präsentiert er gemeinsam mit seinem Führungsteam einen umfassenden Sanierungsplan. Die Stellantis-Aktie hat seit seiner Ernennung vor fast einem Jahr rund 30 Prozent an Wert verloren – seit seinem offiziellen Amtsantritt im Juni 2025 beträgt das Minus etwa 21 Prozent.
Filosa versprach den Investoren, dass der Kapitalmarkttag „die nächste Phase unserer Strategie mit klaren Prioritäten, deutlichen Zielen und einem fokussierten Fahrplan für die Umsetzung skizzieren wird". Der langjährige Unternehmensveteran aus Italien, der sich innerhalb des Konzerns hochgearbeitet hat, bezeichnete die Leitung des transatlantischen Automobilherstellers als einen „wahr gewordenen Traum". Für die Aktionäre war die bisherige Bilanz jedoch alles andere als traumhaft.
Fokus auf Kernmarken und Kostensenkung
Die vorgestellte Strategie soll sich regional auf Kernmarken konzentrieren: In den USA stehen Jeep und Ram im Mittelpunkt, in Europa Fiat und Peugeot. Zudem sollen Details zu Kostensenkungsmaßnahmen präsentiert werden und wie das Unternehmen nach einem Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro (rund 26,3 Milliarden US-Dollar) im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückfinden will.
Stellantis hat für 2026 keine detaillierte Prognose abgegeben, strebt jedoch Verbesserungen im mittleren einstelligen Prozentbereich beim Nettoumsatz an. Hinzu kommen bereinigte operative Ergebnismargen im niedrigen einstelligen Bereich sowie ein verbesserter industrieller Free Cashflow. Filosa hat 2026 zum „Jahr der Umsetzung" für das Unternehmen erklärt.
Die Ergebnisse des vergangenen Jahres enthielten bereits eine Umstrukturierung in Höhe von 22 Milliarden Euro weg von rein elektrischen Fahrzeugen. Viele der bisherigen Pläne für Elektrofahrzeuge wurden zurückgefahren – ein Schritt, der die strategische Neuausrichtung des Konzerns verdeutlicht.
Herausforderungen auf mehreren Ebenen
Der Weg zurück zur Profitabilität ist für die Wall Street nicht eindeutig. Die gesamte Automobilindustrie sieht sich mit Herausforderungen durch künstliche Intelligenz, das Wachstum chinesischer Hersteller und US-Zölle konfrontiert. Stellantis kämpft dabei zusätzlich mit hausgemachten Problemen: Der Konzern hat in den letzten Jahren Marktanteile verloren und pflegte oft angespannte Beziehungen zu Zulieferern und Händlern.
Analyst Schneider erklärte, dass Verbesserungen in den Ergebnissen des ersten Quartals belegen, dass die ersten Restrukturierungsbemühungen unter Filosa „zu helfen beginnen", jedoch noch „keinen nachhaltigen Turnaround bewiesen haben". Trotz des Kursrückgangs und einer Herabstufung durch die Bank of America bleibt die Stellantis-Aktie laut einem von FactSet zusammengestellten Durchschnitt der Analystenbewertungen auf „Overweight".
Partnerschaften mit chinesischen Herstellern als Wachstumsstrategie
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Zur AktienanalyseSeit seinem Amtsantritt hat Filosa die Führungsebene des Konzerns umstrukturiert und dem Absatzwachstum Priorität eingeräumt. Zuletzt kündigte er weltweite Kostensenkungsmaßnahmen an – das sogenannte „Value Creation Program" –, das laut Filosa „ehrgeizige" Ziele verfolgt und sich hauptsächlich auf Nordamerika und Europa konzentriert.
Partnerschaften sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Filosa nannte zuletzt die Deals mit den chinesischen Autobauern Leapmotor und Dongfeng Group als entscheidend für das Wachstum. Am Mittwoch gab Stellantis eine erweiterte Partnerschaft mit Dongfeng bekannt, die von der Fahrzeugproduktion in China zu einem neuen Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Europa übergeht. Zudem gibt es separate Pläne zur Zusammenarbeit mit Jaguar Land Rover bei der Produktentwicklung in den USA.
Im Fokus der Investorenveranstaltung stehen auch die 14 Automarken des Unternehmens. Dazu gehören der Ausbau der hochprofitablen Performance-Marke SRT sowie die potenzielle Einführung neuer Produkte für die angeschlagene Marke Chrysler. Filosa hat zuletzt betont, dass die Marken die Stärke des Unternehmens seien, bei Investitionen jedoch nicht alle gleich behandelt werden sollten – eine klare Ansage zur Priorisierung im umfangreichen Portfolio des Konzerns.


