Steinkohle-Kraftwerke laufen wieder voll an
Die Bundesregierung setzt Steinkohle als Reservekraftstoff ein, um die Gaskrise zu bewältigen

Die akute Gaskrise im vergangenen Sommer hat die Bundesregierung dazu veranlasst, stillgelegte Steinkohle-Kraftwerke wieder zu aktivieren, um die Stromversorgung sicherzustellen. Insgesamt 14 Kraftwerke wurden wieder in Betrieb genommen, um den Bedarf an Strom zu decken. Die Bundesnetzagentur bestätigte, dass alle betroffenen Kraftwerke nach wie vor am Markt aktiv sind und rund um die Uhr Strom produzieren.
Die Bundesregierung hat den Stromverkauf aus Reservekraftwerken, die mit Steinkohle oder Öl betrieben werden, bis Ende März 2024 erlaubt. Ob sich die Stromproduktion für Kraftwerksbetreiber lohnt, hängt von den aktuellen Strom-Großhandelspreisen ab. Je nach Stromnachfrage würden die Kraftwerke zeitweise auch mit reduzierter Leistung gefahren, etwa wenn viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz sei und zusätzlicher Kohlestrom für die Gewährleistung von Versorgungssicherheit nicht benötigt werde.
Auch die vom Uniper-Konzern temporär zurückgeholten Kohlekraftwerke sind im kommerziellen Einsatz. Ein Uniper-Sprecher betonte, dass die Auslastung wesentlich von den Marktbedingungen abhängig sei und sich entsprechend kurzfristig ändern könne. Uniper plant, die Regelung Ende Mai noch für ein weiteres Kohlekraftwerk nutzen, das dann nicht in die Reserve gehen soll.
Die Bundesregierung erlaubt auch fünf Braunkohleblöcken aus der sogenannten Versorgungsreserve, befristet an den Markt zurückzukehren. Die Erlaubnis gilt zunächst bis Ende Juni 2023. Diese Maßnahme hat jedoch dazu beigetragen, dass der Anteil des in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus Kohlekraftwerken im vergangenen Jahr auf ein Drittel gestiegen ist. Der Kohlestrom wurde zu rund 60 Prozent aus Braunkohle und zu rund 40 Prozent aus Steinkohle erzeugt.
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Zur AktienanalyseInfolgedessen wird die Entscheidung der Bundesregierung, die Stilllegung der Steinkohlekraftwerke auszusetzen und sie wieder in Betrieb zu nehmen, kontrovers diskutiert. Die Entscheidung wird von Klimaschützern kritisiert, die sich für den Kohleausstieg und eine Energiewende einsetzen. Andere argumentieren, dass die Wiederinbetriebnahme der Kraftwerke notwendig war, um die Stromversorgung in einer kritischen Situation aufrechtzuerhalten.


