Steigende CO2-Preise belasten Unternehmen stark
Vor allem europäische Firmen müssen mit hohen Kosten und Wettbewerbsnachteilen rechnen

Unternehmen in Europa müssen sich auf deutlich steigende Kosten durch den CO2-Preis einstellen. Eine Studie der Unternehmensberatung BCG und des Weltwirtschaftsforums (WEF) prognostiziert, dass die Kosten für Unternehmen bis 2030 bis zu 50 Prozent des Ebitda ausmachen könnten. Diese Kosten entstehen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten, die den Unternehmen erlauben, CO2 auszustoßen. Der Preis für diese Zertifikate wird in den kommenden Jahren weiter steigen, da die Menge an verfügbaren Zertifikaten sinkt. Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen nicht verringern, könnten dadurch erhebliche Kostensteigerungen erfahren.
Der CO2-Preis wird bereits heute in der EU als zentrales Instrument eingesetzt, um den Klimaschutz voranzutreiben. Es wird davon ausgegangen, dass die steigenden Preise auch in anderen Bereichen wie Heizöl und Gas Anwendung finden könnten. In der Theorie soll der CO2-Preis zu einer schnelleren Transformation und Dekarbonisierung führen, jedoch zeigen die Ergebnisse der Studie, dass viele Unternehmen noch nicht in der Lage sind, ihre Produktionsprozesse so schnell umzustellen, wie es notwendig wäre, um die Klimaziele zu erreichen.
Die Studie untersucht zwei Szenarien: ein schneller Übergang, bei dem alle Staaten bis 2050 auf null Emissionen kommen, und ein langsamer Übergang, der den aktuellen Status quo widerspiegelt. Die Berechnungen für Europa zeigen, dass die Kosten durch den CO2-Preis im Jahr 2030 je nach Branche zwischen fünf und 50 Prozent des Ebitda liegen könnten. Besonders stark betroffen ist die Materialindustrie, vor allem in der Zementproduktion, wo es derzeit kaum technische Möglichkeiten zur CO2-Reduktion gibt.
Im Vergleich dazu sind in anderen Regionen der Welt, wie Nord- und Südamerika sowie Asien, die Kosten für Unternehmen im langsamen Szenario deutlich geringer. Dies liegt daran, dass in diesen Regionen bislang nur wenig CO2-Preissysteme existieren. Doch Experten gehen davon aus, dass die weltweiten Klimaregeln in den kommenden Jahren verschärft werden könnten, was auch die Unternehmen in diesen Regionen betreffen würde. Sollte der CO2-Preis weiter ansteigen, könnten Unternehmen weltweit vor erheblichen finanziellen Herausforderungen stehen.
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Zur AktienanalyseIn Deutschland sind die Bedenken unter den Unternehmensvertretern groß. Während viele Unternehmen die CO2-Bepreisung grundsätzlich befürworten, warnen sie vor den Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt. Branchen wie die Chemieindustrie und der Energiesektor, die bereits heute hohe Kosten für CO2-Zertifikate tragen, sehen sich durch die steigenden Preise vor schwierige wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Besonders besorgt sind Unternehmen darüber, dass die notwendigen Technologien zur CO2-Reduktion erst in den kommenden Jahrzehnten in großem Maßstab zur Verfügung stehen könnten, während die CO2-Preise möglicherweise schon vorher weiter steigen.

