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Startup Katalyst startet Roboter-Mission zur Rettung von NASA-Observatorium

Das Raumschiff LINK soll den 500-Millionen-Dollar-Satelliten SWIFT vor dem Absturz retten und eine neue Ära der Satellitenwartung einläuten.

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Startup Katalyst startet Roboter-Mission zur Rettung von NASA-Observatorium

Die NASA und das US-amerikanische Startup Katalyst Space Technologies haben am Donnerstag ein Roboter-Raumschiff gestartet, das ein alterndes NASA-Observatorium vor dem Absturz retten soll. Das eine halbe Tonne schwere Fahrzeug namens LINK wurde um 1:36 Uhr PDT (08:36 Uhr GMT) von einer Pegasus-Rakete des Rüstungskonzerns Northrop Grumman in etwa 12.200 Metern Höhe über dem Pazifik ausgeklinkt und ins All geschossen. Die Mission markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt.

Ziel der Mission ist das Neil Gehrels Swift Observatory – kurz SWIFT –, ein wissenschaftlicher Satellit im Wert von 500 Millionen US-Dollar, der seit 2004 ferne Galaxien und Schwarze Löcher untersucht. Das Observatorium verfügt über keinen eigenen Antrieb mehr und würde ohne Eingriff noch in diesem Jahr in der Erdatmosphäre verglühen. Die Wahrscheinlichkeit eines unkontrollierten Absturzes lag laut Katalyst bei 90 Prozent.

Neun Monate vom Entwurf bis zum Start

Katalyst Space Technologies mit Hauptsitz in Flagstaff, Arizona, entwickelte, baute und testete das LINK-Fahrzeug im Rahmen eines NASA-Vertrags über 30 Millionen US-Dollar – und das in einem bemerkenswert kurzen Zeitraum von nur neun Monaten. Zum Vergleich: Vergleichbare Missionen erfordern üblicherweise eine Vorbereitungszeit von etwa fünf Jahren. Das Startflugzeug, ein Lockheed TriStar-Jet, war zuvor von einem US-Luftwaffenstützpunkt auf dem Kwajalein-Atoll in den Marshallinseln gestartet.

„Eine normale Mission wie diese hätte vielleicht fünf Jahre Vorbereitungszeit benötigt, und wir haben es in weniger als einem Jahr geschafft", sagte Ghonhee Lee, CEO von Katalyst, in einem Interview mit Reuters. „Wir zeigen damit, dass wir dies auf andere nationale und kommerzielle Vermögenswerte anwenden können, was uns letztlich viel mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit im Weltraum verschafft."

Nach dem Erreichen der niedrigen Erdumlaufbahn beginnt für LINK eine rund einmonatige Reise in Richtung des Observatoriums. Bis Ende Juli soll das autonome Raumschiff auf etwa 9,6 Kilometer an SWIFT herangeflogen sein, bevor die sogenannten „Proximity Operations" – Nahbereichsmanöver – eingeleitet werden. LINK ist mit drei Sätzen von Triebwerken, fünf Sensorsystemen und drei Roboterarmen mit handähnlichen Greifern ausgestattet.

Geopolitischer Wettlauf im Weltraum

Sobald LINK das Observatorium erfasst hat, sollen weitere 60 Tage benötigt werden, um SWIFT auf seine Zielhöhe von rund 600 Kilometern über der Erde zu schleppen – das Doppelte der Höhe, auf die der Satellit kurz vor der Rettung abgesunken sein wird. Damit könnte die wissenschaftliche Mission des Observatoriums um mehrere Jahre verlängert werden.

Die Mission wird auch im geopolitischen Kontext aufmerksam beobachtet. China demonstrierte im vergangenen Jahr zwei Satelliten, die in unmittelbarer Nähe zueinander kreisten. Bereits 2022 hatte ein chinesischer Satellit einen anderen erfasst und in eine andere Umlaufbahn gezogen – ein Vorgang, der US-Behörden alarmierte. Das US Space Command verfolgt die LINK-Mission daher mit großem Interesse.

„Das U.S. Space Command ist sehr daran interessiert, da dies letztlich ein Kernelement der Überlegenheit im Weltraum ist", sagte Katalyst-CEO Lee. Die Technologie zum Greifen und Manövrieren von Satelliten im Orbit gilt als strategisch bedeutsam und hat potenziellen militärischen Doppelnutzen. Das Pentagon strebt nach ähnlichen Fähigkeiten, wobei viele seiner Aktivitäten im Weltraum der Geheimhaltung unterliegen.

Blick in die Zukunft

Nach Abschluss der Primärmission soll LINK noch verbleibenden Treibstoff nutzen, um zusätzliche Nahbereichsmanöver zu üben – mit SWIFT als stationärem Partner im Orbit. Lee skizzierte eine ambitionierte Zukunftsvision: Bis zum Ende des Jahrzehnts plant Katalyst hunderte von Roboter-Raumschiffen, die dauerhaft zwischen der niedrigen Erdumlaufbahn und dem Mond operieren.

„Das ist etwas, das die NASA sowie andere Regierungsstellen nutzen können, um Dienstleistungen einzukaufen, anstatt jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen", sagte Lee. Die LINK-Mission gilt damit nicht nur als Rettungsaktion für einen einzelnen Satelliten, sondern als Blaupause für eine neue Ära kommerzieller Satellitenwartung – mit weitreichenden Konsequenzen für die zivile Raumfahrt und die militärische Weltraumstrategie der USA.

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