Starmer und Takaichi beraten über GCAP-Kampfjet-Finanzierung
Großbritannien, Japan und Italien entwickeln gemeinsam ein Kampfflugzeug der nächsten Generation – doch Londons Finanzierungszusagen bleiben unklar.

Der britische Premierminister Keir Starmer trifft sich am Sonntag mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi. Im Mittelpunkt der Gespräche steht das gemeinsame Kampfflugzeugprogramm GCAP (Global Combat Air Programme), an dem neben Großbritannien und Japan auch Italien beteiligt ist. Laut einem Bericht von Bloomberg bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten über die künftige britische Finanzierung des Projekts.
Das GCAP-Programm verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2035 ein Kampfflugzeug der nächsten Generation zu entwickeln. In den vergangenen Monaten geriet das Vorhaben jedoch unter Druck, nachdem Verzögerungen beim langfristigen britischen Verteidigungsinvestitionsplan die Finanzierungszusagen Londons unklar werden ließen. Erwartet worden war, dass das Vereinigte Königreich im Rahmen einer umfassenderen Verteidigungsstrategie Ausgaben in Milliarden Pfund für das Programm skizzieren würde.
Diese Ankündigung verzögerte sich aufgrund von Unstimmigkeiten über die Prioritäten der Staatsausgaben. Zusätzlich verschob sich die Bekanntgabe nach dem jüngsten Ausscheiden von Verteidigungsminister John Healey weiter. Die britische Regierung erklärte am Samstag zwar, sie halte an dem Kampfflugzeugprojekt fest, nannte jedoch keine aktualisierten Details zur Finanzierung.
Japan und Italien bereits finanziell stark engagiert
Während Großbritannien zögert, haben die Partnerländer bereits erhebliche Mittel bereitgestellt. Japan gab in den fünf Jahren bis März mehr als 500 Milliarden Yen für die Initiative aus und stellte für das laufende Geschäftsjahr weitere 170 Milliarden Yen bereit. Das italienische Parlament genehmigte Anfang des Jahres ein Finanzierungspaket im Wert von rund 10,7 Milliarden US-Dollar.
Für Japan hat das Programm eine besondere strategische Bedeutung: Das Land bereitet sich darauf vor, seine alternde F-2-Kampfjetflotte ab 2035 zu ersetzen. Das GCAP-Projekt ist damit nicht nur ein Rüstungsvorhaben, sondern ein zentrales Element der japanischen Verteidigungsplanung für die kommenden Jahrzehnte.
Breite Wirtschafts- und Technologieagenda beim Gipfeltreffen
Über die Verteidigungskooperation hinaus werden Starmer und Takaichi voraussichtlich auch über umfassendere Wirtschafts- und Technologiepartnerschaften beraten. Die beiden Regierungschefs wollen Pläne für einen neuen Rat prüfen, der die industrielle Zusammenarbeit zwischen dem Vereinigten Königreich und Japan stärken soll.
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Japanischen Medienberichten zufolge sollen die beiden Länder zudem einen neuen Fonds ankündigen, der Start-ups bei der Entwicklung sogenannter Dual-Use-Technologien unterstützt – also Technologien mit sowohl kommerziellen als auch militärischen Anwendungsmöglichkeiten.
Das Treffen findet im Vorfeld des G7-Gipfels in Frankreich statt. Dort dürften geopolitische Entwicklungen, wirtschaftliche Sicherheit und technologische Zusammenarbeit eine zentrale Rolle auf der Tagesordnung spielen. Das britisch-japanische Gipfeltreffen setzt damit ein wichtiges Signal für die westliche Verteidigungskooperation – auch wenn die offene Finanzierungsfrage Londons weiterhin als Unsicherheitsfaktor gilt.


