Starmer fordert Ende des endlosen Scrollens auf Social-Media-Plattformen
Großbritanniens Premier Starmer will süchtig machende Algorithmen in sozialen Medien verbieten und prüft ein Mindestalter von 16 Jahren.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat Social-Media-Plattformen aufgefordert, ihre süchtig machenden Scroll-Mechanismen abzuschaffen. „Ebenso wichtig sind meines Erachtens jedoch die süchtig machenden Scrolling-Mechanismen, die wirklich problematisch sind. Diese müssen verschwinden", sagte Starmer gegenüber BBC Radio. Damit rückt die britische Regierung nicht nur das Mindestalter für Social-Media-Nutzung in den Fokus, sondern auch die technischen Mechanismen der Plattformen selbst.
Großbritannien befindet sich derzeit in einer öffentlichen Konsultationsphase zur Online-Sicherheit von Kindern. „Wir führen derzeit Konsultationen darüber, ob ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt werden sollte", erklärte Starmer. Mehr als 45.000 Menschen haben sich bereits an der Konsultation beteiligt. Die Frist zur Teilnahme läuft bis zum 26. Mai.
Starmer betonte, dass Social-Media-Unternehmen gezielt Algorithmen entwickelt hätten, die darauf ausgelegt seien, süchtiges Verhalten zu fördern. Eltern forderten die Regierung deshalb zum Eingreifen auf. Großbritannien testet derzeit verschiedene Maßnahmen – darunter Verbote, Sperrzeiten und Zeitlimits für Apps – und untersucht deren Auswirkungen auf den Schlaf, das Familienleben und die schulischen Leistungen von Kindern.
Internationale Vorbilder und globaler Trend
Großbritannien ist mit diesem Vorhaben nicht allein. Australien wurde im Dezember das weltweit erste Land, das soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren vollständig verboten hat. Auch Griechenland und Indonesien haben ähnliche Verbote erlassen. Der internationale Druck auf Social-Media-Konzerne wächst damit von mehreren Seiten gleichzeitig.
Technologieministerin Liz Kendall unterstrich am Montag, wie breit die Konsultation angelegt ist. „Wir möchten von Müttern und Vätern hören, die besorgt darüber sind, wie viel Zeit ihre Kinder online verbringen und welche Inhalte sie konsumieren", sagte Kendall. Gleichzeitig sollen auch Jugendliche selbst zu Wort kommen: „Wir möchten von Jugendlichen hören, die besser als jeder andere wissen, wie es ist, im Zeitalter der sozialen Medien aufzuwachsen."
Sperrzeiten, KI-Chatbots und süchtig machende Funktionen im Fokus
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Zur AktienanalyseDie britische Regierung will laut Kendall gezielt Rückmeldungen zu konkreten Maßnahmen einholen. Dazu gehören Sperrzeiten, der Einsatz von KI-Chatbots sowie süchtig machende Funktionen der Plattformen. Die Konsultation zeigt, dass London einen umfassenden Ansatz verfolgt – und nicht nur auf ein einfaches Altersverbot setzt.
Für deutsche Nutzer und Eltern ist die Debatte ebenfalls relevant. Auch in Deutschland wird die Frage, wie Kinder und Jugendliche vor den negativen Auswirkungen sozialer Medien geschützt werden können, zunehmend diskutiert. Die Entwicklungen in Großbritannien, Australien und anderen Ländern könnten dabei als Blaupause für künftige europäische Regulierungen dienen.

