Starlink im Flugzeug: Luxus oder Notwendigkeit für Airlines?
Elon Musks Satelliteninternet Starlink spaltet die Luftfahrtbranche. Während Langstrecken-Carrier auf High-Speed-WLAN setzen, lehnt Ryanair-Chef O'Leary die teure Technologie ab – aus gutem Grund.

Die Luftfahrtbranche steht vor einer kostenintensiven Entscheidung: Ist schnelles Internet an Bord ein unverzichtbarer Service oder ein teurer Luxus? Während Premium-Airlines wie Lufthansa, SAS und Virgin Atlantic Verträge mit Starlink oder Konkurrenten wie Viasat abgeschlossen haben, verweigert sich Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair dem Trend.
Starlink als neuer Goldstandard
Die Satelliten von SpaceX in niedrigerer Umlaufbahn bieten einen entscheidenden Vorteil: Sie reduzieren Verzögerungen und ermöglichen nahtlose Videoanrufe sowie Streaming. "Ich glaube, dass Starlink im Moment der Goldstandard ist", erklärt Anko van der Werff, CEO der skandinavischen Fluggesellschaft SAS gegenüber Reuters. Für Langstrecken-Carrier wird WLAN zunehmend zur Pflicht, um Premium-Passagiere zu gewinnen.
Ben Smith, CEO von Air France-KLM, formuliert es deutlich: "Wenn Sie amerikanische Kunden gewinnen wollen, haben Sie keine andere Wahl, als High-Speed-WLAN anzubieten. Es ist fast wie in einem Hotel." Besonders auf Transatlantikstrecken entwickelt sich der Service vom Nice-to-have zum Must-have.
Kostenfaktor von 170.000 Dollar pro Flugzeug
Die Investition ist erheblich: Laut Analyst David Whelan von Valour Consultancy kostet die Ausstattung eines Flugzeugs rund 170.000 Dollar – vor Hardware und Installation. Für Langstrecken-Airlines rechnet sich dies durch "Freemium"-Modelle: Premium-Passagiere erhalten kostenlosen Zugang, andere werden in Loyalitätsprogramme gelockt.
Ryanairs Rechnung geht nicht auf
Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht das anders. Er argumentiert mit zusätzlichem Gewicht, erhöhtem Luftwiderstand und damit steigenden Treibstoffkosten. Vor allem aber bezweifelt er, dass preisbewusste Passagiere auf Kurzstrecken selbst 1-2 Euro für WLAN zahlen würden. "Unsere Erfahrung sagt uns, dass weniger als 10% unserer Passagiere dafür bezahlen würden", so O'Leary. Das würde Kosten von 150 bis 250 Millionen Dollar jährlich bedeuten – bei mehr als 600 Jets.
Musk vs. O'Leary: Öffentlicher Schlagabtausch
Elon Musk bezeichnete O'Leary auf X als "völligen Idioten" und konterte, der Luftwiderstand sei vernachlässigbar. Scherzhaft drohte er damit, Ryanair zu kaufen und den CEO zu ersetzen. O'Learys Position ist jedoch nachvollziehbar: "Die einzige Möglichkeit, wie Starlink auf Kurzstreckenflügen funktioniert, ist, wenn man es kostenlos anbietet."
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Zur AktienanalyseUnterschiedliche Geschäftsmodelle, unterschiedliche Strategien
David Whelan bringt es auf den Punkt: "Man würde nicht erwarten, bei Ryanair das gleiche Passagiererlebnis zu haben wie auf einem Langstreckenflug. Wenn Ihr Fokus auf dem günstigsten A-nach-B-Service liegt, muss das nicht zwangsläufig WLAN beinhalten." Während British Airways seit Jahren WLAN anbietet und die Nachfrage nach Premium-Reisen seit der Pandemie stark gestiegen ist, bleibt Ryanair seinem Ultra-Low-Cost-Modell treu.
Die Branche entwickelt sich in zwei Richtungen: Premium-Carrier rüsten auf, um im Wettbewerb um zahlungskräftige Geschäftsreisende zu bestehen. Billigflieger konzentrieren sich weiter auf Kostenminimierung. Beide Strategien können erfolgreich sein – solange sie konsequent umgesetzt werden.


