Starbucks gewinnt: Aktionärsklage wegen Umsatzrückgängen abgewiesen
Ein US-Bundesrichter wies die Klage ab, Starbucks habe Aktionäre über rückläufige Umsätze in den USA und China getäuscht.

Ein US-Bundesrichter hat eine Sammelklage gegen Starbucks abgewiesen, in der dem Kaffeeriesen vorgeworfen wurde, Aktionäre vorsätzlich über rückläufige Umsätze in seinen beiden wichtigsten Märkten getäuscht zu haben. US-Bezirksrichter John Chun in Seattle entschied damit zugunsten des Unternehmens – ein bedeutender juristischer Erfolg für Starbucks inmitten einer ohnehin schwierigen Geschäftsphase.
Im Kern der Klage stand die Frage, ob der damalige Starbucks-CEO Laxman Narasimhan während einer Analystenkonferenz im Januar 2024 bewusst falsche Angaben über die aktuellen Umsatztrends gemacht hatte. Richter Chun befand, die sogenannte „unschuldige Erklärung" von Starbucks – wonach Narasimhan aufrichtig glaubte, die Umsatztrends des gerade abgeschlossenen Quartals zu bewerten – sei „mindestens ebenso überzeugend" wie die gegenteilige Behauptung der Kläger. Das Gericht ließ das Verfahren im vergangenen November zunächst zu, bevor es nun endgültig abgewiesen wurde.
Die Klage wurde von drei New Yorker Pensionsfonds angeführt. Deren Anwälte reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme zu dem Urteil.
Der Kurssturz, der die Klage auslöste
Hintergrund der Klage war ein massiver Kurseinbruch der Starbucks-Aktie. Am 1. Mai 2024 verlor das Papier innerhalb eines einzigen Handelstages rund 16 % an Wert – ein erheblicher Rückschlag für Aktionäre. Ausgelöst wurde der Absturz durch die Bekanntgabe, dass Starbucks seine Jahresumsatzprognose gesenkt hatte und die flächenbereinigten Umsätze im jüngsten Quartal um 4,4 % gesunken waren.
Besonders alarmierend waren dabei die Zahlen aus den beiden wichtigsten Märkten des Konzerns: In den Vereinigten Staaten sanken die flächenbereinigten Umsätze um 3 %, während China mit einem Rückgang von 11 % noch deutlich stärker betroffen war. China gilt neben den USA als strategisch bedeutendster Wachstumsmarkt für Starbucks und steht seit Jahren im Fokus der Expansionsstrategie des Unternehmens.
Turnaround unter neuem CEO Niccol
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseInzwischen hat Starbucks die Führung gewechselt. Brian Niccol übernahm den Vorstandsvorsitz von Laxman Narasimhan und verfolgt seitdem einen umfassenden Turnaround-Plan unter dem Motto „Back to Starbucks". Das Programm setzt auf mehrere Maßnahmen gleichzeitig:
- Vereinfachung der Speisekarten
- Kürzere Wartezeiten für Kunden
- Modernisierung der Filialen
- Verbesserte Technologie in den Geschäften
- Schließung leistungsschwacher Standorte
Für deutsche Anleger, die Starbucks-Aktien im Depot halten oder an einem Einstieg interessiert sind, ist das Urteil ein positives Signal: Es beseitigt eine wesentliche rechtliche Unsicherheit, die über dem Unternehmen schwebte. Ob der Turnaround unter Niccol gelingt, bleibt jedoch abzuwarten – die operativen Herausforderungen in den Kernmärkten USA und China bestehen weiterhin.


