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Standard Chartered: Winters präsentiert neue Wachstumsstrategie bei Investorentag

Nach erfolgreichem Turnaround will StanChart-Chef Bill Winters Investoren von einer ambitionierten neuen Wachstumsphase überzeugen.

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Standard Chartered: Winters präsentiert neue Wachstumsstrategie bei Investorentag

Bill Winters, CEO von Standard Chartered, steht vor einem entscheidenden Test: Der Chef der auf Asien und Afrika spezialisierten Bank präsentiert am Dienstag die neueste globale Strategie des Instituts – und muss dabei Investoren davon überzeugen, dass die Bank nach einem jahrelangen Turnaround nun nachhaltig stärkeres Wachstum erzielen kann.

Der Zeitpunkt ist bedeutsam. Standard Chartered hat seinen langjährigen Umbau erfolgreich abgeschlossen und sich von einem potenziellen Übernahmeziel in einen profitablen Spezialisten für Schwellenländer verwandelt. Frühere Leistungsziele wurden vorzeitig erreicht – nun richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob Winters die Dynamik aufrechterhalten kann.

Ehrgeiziges Rentabilitätsziel im Fokus

Besonders gespannt warten Investoren auf ein neues Ziel für die Eigenkapitalrendite (Return on Tangible Equity, ROTE). JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein erklärte Anfang des Monats, er erwarte, dass der Investorentag ein ROTE-Ziel von über 15% für das Jahr 2028 in den Mittelpunkt stellen werde. Das wäre ein deutlicher Sprung gegenüber dem aktuellen Ziel von 12% für 2026.

Die Ausgangslage dafür ist günstig: Im Jahr 2025 erzielte Standard Chartered bereits eine ROTE von 14,7% und übertraf damit das bisherige Ziel von rund 13% ein volles Jahr früher als geplant. Analyst Abouhossein erwartet, dass die Bank das neue Ziel durch einen stärkeren Fokus auf margenstärkere Geschäftsbereiche untermauern wird – darunter das Wealth Management für wohlhabende Privatkunden sowie das Finanzinstitute-Geschäft innerhalb der Unternehmens- und Investmentbanking-Sparte.

Im ersten Quartal verzeichnete Standard Chartered sowohl den höchsten Umsatz im Wealth Management als auch die höchsten Zuflüsse an Neukundengeldern – ein vielversprechendes Signal für die strategische Ausrichtung.

Geopolitische Risiken trüben den Ausblick

Die ambitionierten Wachstumspläne stoßen jedoch auf ein schwieriges Umfeld. Die Unsicherheit im Nahen Osten belastet den Ausblick für einige der Kernmärkte der Bank. Analysten warnen, dass Banken im asiatisch-pazifischen Raum die Risikovorsorge für Kreditausfälle weiter erhöhen müssten, falls sich der Iran-Konflikt hinzieht – höhere Energiekosten und ein schwächeres Wachstum würden die Kreditnehmer belasten.

Für Standard Chartered war die Region bislang sowohl Risiko als auch Ertragsbringer. Im ersten Quartal bildete die Bank bereits vorsorgliche Rückstellungen in Höhe von 190 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

Nachfolgefrage und Managementstabilität

Das Strategie-Update fällt zudem in eine Phase, in der Standard Chartered Fragen zur Nachfolge von Winters klärt. Der CEO steht seit elf Jahren an der Spitze der Bank. Spekulationen hatten sich zuletzt auf den ehemaligen Group-CFO Diego De Giorgi und den ehemaligen Leiter des Unternehmens- und Investmentbankings, Simon Cooper, konzentriert – beide haben die Bank inzwischen verlassen.

Am Montag ernannte Standard Chartered Manus Costello, Leiter der Investor Relations und Veteran im Bereich Aktienanalyse, zum dauerhaften CFO. Die Bestätigung, dass Winters im Amt bleibt, verschafft der Bank nach Einschätzung von Beobachtern Spielraum, sich auf die Umsetzung der Strategie zu konzentrieren, ohne dass die Managementstabilität ein unmittelbares Problem darstellt.

Vergleich mit Rivale HSBC

Das Update zur Strategie wird unweigerlich Vergleiche mit dem größeren Rivalen HSBC hervorrufen, der in dieser Woche ebenfalls seinen eigenen Investorentag abhält. Während eines Großteils der Amtszeit von Winters bevorzugten Anleger HSBC: Die in London notierten HSBC-Aktien übertrafen jene von Standard Chartered seit Winters' Amtsantritt am 10. Juni 2015 deutlich.

Die Schere klaffte im März 2025 am weitesten auseinander – Standard Chartered legte seit dem Amtsantritt von Winters um rund 9,5% zu, HSBC hingegen um 43,3%. Seitdem hat Standard Chartered den Rückstand jedoch erheblich verringert: Vom Schlusskurs im März 2025 bis zum 15. Mai stieg die Aktie in London um rund 58%, während HSBC im gleichen Zeitraum ein Plus von etwa 61% verzeichnete.

Die zentrale Aufgabe für Winters am Dienstag lautet daher: Investoren davon zu überzeugen, dass die jüngste Kursaufholung nicht das letzte Kapitel eines langen Turnarounds ist – sondern der Beginn einer neuen Wachstumsphase.

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