Standard Chartered verfehlt Quartalsgewinn trotz starkem Jahresergebnis
Die auf Asien fokussierte Bank enttäuschte im vierten Quartal mit schwächeren Handelserträgen und gestiegenen Kosten.

Standard Chartered hat im vierten Quartal 2024 die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die auf Asien, Afrika und den Nahen Osten ausgerichtete Großbank meldete einen bereinigten Vorsteuergewinn von 1,24 Milliarden US-Dollar – deutlich unter dem Bloomberg-Konsens von 1,38 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das dennoch einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber 1,05 Milliarden Dollar.
Die operativen Erträge stagnierten mit 4,85 Milliarden Dollar nahezu auf Vorjahresniveau (4,83 Milliarden Dollar). Zuwächse im Wealth Management und im Global Banking wurden durch schwächere episodische Handelserträge im Marktgeschäft ausgeglichen. Der Zinsüberschuss sank leicht um 1 Prozent auf rund 2,95 Milliarden Dollar – ein Zeichen des anhaltenden Margendrucks durch das gesunkene Zinsniveau.
Gleichzeitig stiegen die betrieblichen Aufwendungen um 5 Prozent auf 3,43 Milliarden Dollar. Höhere Investitionen und Transformationsausgaben trieben die Kosten in die Höhe. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle erhöhte sich leicht von 130 auf 145 Millionen Dollar, vorwiegend bedingt durch Rückstellungen im Privatkundengeschäft.
Starkes Jahresergebnis und großzügige Aktionärsrenditen
Das Gesamtjahresergebnis fiel deutlich positiver aus: Der bereinigte Vorsteuergewinn kletterte um 18 Prozent von 6,8 auf 7,9 Milliarden Dollar. Die Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital (Return on Tangible Equity) verbesserte sich von 11,7 auf 14,7 Prozent – ein signifikanter Fortschritt für die Bank.
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Zur AktienanalyseFür die Aktionäre kündigte Standard Chartered eine Schlussdividende von 49 US-Cent je Aktie an. Die Gesamtausschüttung für das Jahr 2024 beläuft sich damit auf 61 Cent – ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,5 Milliarden Dollar angekündigt.
Vorstandschef Bill Winters zeigte sich optimistisch: Die Bank profitiere von strukturellen Wachstumstrends in ihren Kernmärkten und habe einen soliden Start in das Jahr 2026 hingelegt. Standard Chartered ist an der Hongkonger Börse (HK: 2888) sowie in London (LON: STAN) notiert und gilt als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den Wachstumsregionen Asiens.


