Standard Chartered hält trotz Bitcoin-Einbruch an $100.000-Prognose fest
Analyst Geoffrey Kendrick bleibt bullish auf Bitcoin, obwohl die Kryptowährung eine „schmerzhafte" Woche erlebte.

Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital Assets Research bei Standard Chartered, hält trotz eines massiven Bitcoin-Kurseinbruchs an seiner Prognose fest: Die größte Kryptowährung soll bis Ende 2026 die Marke von 100.000 US-Dollar erreichen. Bitcoin notiert derzeit bei rund 62.540 US-Dollar und hat seit Montag mehr als 15% an Wert verloren. Kendrick begründet seinen Optimismus mit der robusten langfristigen Nachfrage nach der Kryptowährung.
Auslöser des jüngsten Kursrutsches war eine überraschende Meldung von Michael Saylors Unternehmen Strategy, dem weltweit größten unternehmerischen Bitcoin-Halter. Strategy gab bekannt, zum ersten Mal seit 2022 Teile seiner Bitcoin-Bestände verkauft zu haben. Der Erlös soll zur Finanzierung von Ausschüttungen auf Vorzugsaktien verwendet werden. Die Ankündigung sorgte in den sozialen Medien für erhebliche Verärgerung – Saylor hatte einst auf X gepostet: „Verkaufen Sie zur Not eine Niere, aber behalten Sie die Bitcoins."
Kendrick: „Diese Woche war schmerzhaft"
Kendrick kommentierte die Entwicklung in einer Mitteilung an Kunden offen: „Der Zeitpunkt des Verkaufs war bedauerlich. Diese Woche war für den Kryptosektor schmerzhaft. Man kann es wirklich nicht anders ausdrücken." Dennoch sieht er die aktuelle Kursschwäche nicht als Trendwende, sondern als Kaufgelegenheit. „Wenn wir Ende 2026 zurückblicken und Bitcoin bei 100.000 US-Dollar steht, werden wir sagen, dass dies die Kaufzone war, die wir uns alle gewünscht haben", so Kendrick.
Der Analyst warnte jedoch auch vor weiteren Risiken: Sollte Bitcoin unter die Marke von 60.000 US-Dollar fallen, bestehe das Risiko eines zusätzlichen Verkaufsdrucks. Gleichzeitig relativierte er dieses Szenario: Da Bitcoin in diesem Jahr bereits stark hinter den Aktienmärkten zurückgeblieben sei, müssten nun weniger bullishe Wetten aufgelöst werden als noch zu Beginn des Jahres.
Bitcoin weit abgeschlagen hinter dem S&P 500
Der Vergleich mit dem breiten Aktienmarkt fällt für Bitcoin derzeit ernüchternd aus. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat die Kryptowährung rund 30% an Wert verloren, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 10,4% gestiegen ist. Seit ihrem Höchststand im Oktober des vergangenen Jahres hat Bitcoin sogar mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt – und das trotz der branchenfreundlichen Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump.
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Zur AktienanalyseAuch die Aktie von Strategy leidet unter dem Bitcoin-Kursverfall. Das Papier ist im Jahr 2026 bislang um rund 17% gefallen. Im Zeitraum von Januar bis Oktober des Vorjahres hatte die Aktie noch knapp 14% zugelegt, bevor sie im Gleichschritt mit dem massiven Bitcoin-Einbruch nachgab. Die Bitcoin-Bestände von Strategy gelten seit Langem als Gradmesser für Saylors Überzeugung von der Branche.
Kendrick erwartet dennoch, dass Strategy bald wieder aktiv in Bitcoin investieren wird. Er rechnet mit einem „aggressiven" Rückkauf durch das Unternehmen und verwies darauf, dass Strategy diesen Schritt auch nach dem letzten Verkauf vollzogen habe. Für Anleger bleibt die Lage damit angespannt – zwischen kurzfristigen Kursrisiken und der langfristigen Überzeugung einiger Marktbeobachter, dass Bitcoin seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen wird.


