Stahl, Whitaker und Wertheim bleiben bei „60 Minutes" trotz Chaos
Drei langjährige Korrespondenten bekennen sich zum legendären CBS-Nachrichtenmagazin – trotz massiver Abgänge und interner Turbulenzen.

Die verbliebenen Korrespondenten des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins „60 Minutes" haben sich zu einem Verbleib bei der Sendung bekannt. Lesley Stahl, Bill Whitaker und Jon Wertheim erklärten am Freitag in einem internen Memo, das dem Wall Street Journal vorliegt, dass sie dem CBS-Format erhalten bleiben werden. Ihre Entscheidung sei jedoch ausdrücklich keine Billigung der jüngsten Entwicklungen bei der Sendung.
„Wir haben getrauert, weil dieses ganze Chaos die Sendung verwundet und beschädigt hat. Wir wollen bleiben und kämpfen und versuchen, unseren Ruf wiederherzustellen und zu bewahren", schrieben die drei Journalisten in ihrem Memo. Das Trio betonte damit, dass ihr Verbleib ein Signal für den Wunsch sei, das Überleben der traditionsreichen Sendung zu sichern – nicht eine Zustimmung zu den umstrittenen Personalentscheidungen.
Welle von Abgängen erschüttert das Nachrichtenmagazin
„60 Minutes" hat in den vergangenen zwei Wochen eine beispiellose Abgangswelle erlebt. Die leitende Produzentin Tanya Simon sowie die Korrespondenten Scott Pelley, Sharyn Alfonsi und Cecilia Vega verließen die Sendung. Damit verlor das Magazin innerhalb kürzester Zeit gleich mehrere prominente und langjährige Gesichter.
Ausgelöst wurden die Abgänge offenbar durch eine umstrittene Personalentscheidung: Die Chefredakteurin von CBS News, Bari Weiss, ernannte den Technologiejournalisten und Autor Nick Bilton zum neuen leitenden Produzenten der Sendung. Diese Entscheidung sorgte intern für erheblichen Unmut und gilt als Auslöser der Kündigungswelle.
Lesley Stahl, eine der bekanntesten Journalistinnen der USA, äußerte sich in einem Interview mit dem Wall Street Journal offen über die Hintergründe. „Wir waren intern zutiefst bestürzt über die Einmischung, und deshalb war es für uns keine leichte Entscheidung", sagte Stahl. Sie gab zudem an, gehört zu haben, dass Weiss sich „über uns beschwert hat, und das war schädlich".
Bedeutung für das älteste US-Nachrichtenmagazin
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Zur Aktienanalyse„60 Minutes" gilt als eines der renommiertesten und langlebigsten Nachrichtenmagazine der amerikanischen Fernsehgeschichte. Die Sendung läuft seit Jahrzehnten auf CBS und ist bekannt für investigative Berichte und hochkarätige Interviews. Für deutsche Zuschauer ist das Format vergleichbar mit Sendungen wie dem ARD-Magazin „Panorama" oder dem ZDF-„Frontal" – allerdings mit einer noch längeren Tradition und einem enormen kulturellen Gewicht in den USA.
Der Verbleib von Stahl, Whitaker und Wertheim bringt der angeschlagenen Sendung zumindest eine gewisse personelle Stabilität. Ob die drei Korrespondenten jedoch langfristig in der Lage sein werden, den Ruf des Magazins wiederherzustellen, bleibt angesichts der tiefgreifenden internen Konflikte offen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, in welche Richtung sich „60 Minutes" unter der neuen Führung entwickelt.


