Stagnation bei Rückversicherungspreisen erwartet
Kfz-Versicherungen in Deutschland bleiben defizitär, Naturkatastrophengeschäft bleibt attraktiv

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück erwartet für das Jahr 2025 eine stagnierende Entwicklung der Preise in der Rückversicherungsbranche, nachdem in den vergangenen Jahren deutliche Preiserhöhungen zu verzeichnen waren. Bei den diesjährigen Verhandlungen zu den Bedingungen der Rückversicherung hätten sich die Preise und Konditionen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung teilweise weiter verbessert, während sie sich in anderen Bereichen auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert hätten. In einigen Märkten der Erstversicherungen seien sogar leichte Preisnachlässe zu beobachten.
In Deutschland bleibt die Kfz-Versicherung auch im Jahr 2024 defizitär. Dies lässt darauf schließen, dass im kommenden Jahr weitere Preiserhöhungen für die Verbraucher zu erwarten sind. Das Naturkatastrophengeschäft in Nordamerika hingegen bleibt aus Sicht der Hannover Rück weiterhin attraktiv.
Die Münchener Rück prognostiziert für den weltweiten Rückversicherungsmarkt ein inflationsbereinigtes Wachstum von zwei bis drei Prozent in den kommenden drei Jahren. Dieses Wachstum nähert sich dem des Erstversicherungssektors an. Besonders in den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika könnte das Wachstum stärker ausfallen, während es in Europa und Nordamerika etwas schwächer ausfallen könnte. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Blunck beschreibt den Rückversicherungsmarkt als derzeit in einem vernünftigen Gleichgewicht, weist jedoch auf erhebliche Unsicherheiten hin. Die Schadeninflation in einigen Segmenten bleibt hoch, und die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind von Abwärtsrisiken geprägt.
Die Münchener Rück berichtete kürzlich, dass sie trotz zunehmender Großschäden auf Kurs ist, ihre angestrebten fünf Milliarden Euro Gewinn in diesem Jahr zu übertreffen. Parallel dazu äußerte sich Swiss Re besorgt über den Trend zu höheren Schadenersatzurteilen in den USA. Diese Entwicklung stellt ein wachsendes Problem für die Haftpflichtversicherungsbranche dar. In den letzten zehn Jahren hätten die Haftpflichtschäden in den USA die Teuerung übertroffen, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend verlangsamen wird. Im Jahr 2023 hätten US-Gerichte in 27 Fällen Entschädigungen von über 100 Millionen Dollar zugesprochen.
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Zur AktienanalyseRückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück versammeln sich derzeit im Fürstentum Monaco, um mit Erstversicherern und Maklern über die Preise und Konditionen für die bevorstehende Vertragserneuerung zum Jahreswechsel zu verhandeln.


