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Staat rettet Meyer Werft mit Millionenhilfe

Bund und Niedersachsen sichern Tausende Arbeitsplätze durch umfangreiche Finanzhilfen und Bürgschaften

Staat rettet Meyer Werft mit Millionenhilfe

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat kürzlich die Weichen für die Rettung der Meyer Werft gestellt. Das Unternehmen aus Papenburg, bekannt für den Bau von Kreuzfahrtschiffen, steckt aufgrund stark gestiegener Energie- und Rohstoffpreise in einer existenziellen Krise. Der Bundestag und auch der niedersächsische Landtag stimmten den Plänen zur finanziellen Unterstützung zu. Insgesamt soll der Bund 200 Millionen Euro bereitstellen, während das Land Niedersachsen eine weitere Unterstützung in gleicher Höhe zugesagt hat. Zusätzlich sind Bürgschaften von jeweils einer Milliarde Euro vorgesehen, um die notwendige Finanzierung der Schiffsneubauten bis Ende 2027 abzusichern.

Die Meyer Werft muss bis dahin mehr als 2,7 Milliarden Euro aufbringen, um bestehende Projekte zu realisieren. Diese hohen Kosten resultieren aus Aufträgen, die vor der Corona-Pandemie abgeschlossen wurden und die aufgrund der zwischenzeitlich stark gestiegenen Rohstoffpreise nun zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Die Vereinbarungen sehen vor, dass der Bau eines Schiffes üblicherweise erst bei der Auslieferung zu 80 Prozent bezahlt wird, was für das Unternehmen eine hohe Vorfinanzierung durch Kredite bedeutet. Um diese Kredite zu sichern, werden die genannten Bürgschaften von Bund und Land notwendig. Die staatliche Unterstützung soll laut Bundeswirtschaftsministerium beihilfefrei erfolgen, sodass keine Genehmigung der Europäischen Union erforderlich ist.

Der Staatseinstieg in die Meyer Werft sieht vor, dass Bund und Land rund 80 Prozent der Unternehmensanteile übernehmen. Die Familie Meyer, die bislang Eigner des Unternehmens war, soll in den kommenden Jahren vorübergehend etwa 20 Prozent der Anteile behalten und erhält eine Rückkaufoption, um die volle Kontrolle über das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt zurückzugewinnen. Ein festes Datum für den Ausstieg des Staates aus dem Unternehmen wurde bislang nicht festgelegt. Die Bundesregierung sowie die Landesregierung Niedersachsen streben jedoch eine langfristige Stabilisierung der Werft an, um den Fortbestand zu sichern.

Von der Krise der Meyer Werft sind direkt und indirekt etwa 17.000 Arbeitsplätze betroffen, darunter allein mehr als 3.000 Mitarbeiter am Standort Papenburg. Besonders im strukturschwachen Emsland stellt die Werft einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar, weshalb die Rettung des Unternehmens auch von politischer Seite stark unterstützt wird. Die SPD betonte wiederholt die Bedeutung der Werft für die Region und die Notwendigkeit, die Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region zu sichern.

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