Sprott-Fonds: Gold und Silber mit 9,5% Rabatt kaufen
Geschlossener Edelmetallfonds handelt deutlich unter Nettoinventarwert – Chance für mutige Anleger

Die extreme Volatilität an den Edelmetallmärkten hat zu einer ungewöhnlichen Kaufgelegenheit geführt. Der Sprott Physical Gold and Silver Trust, ein geschlossener Fonds mit einem Volumen von 10 Milliarden US-Dollar, notierte Ende vergangener Woche mit einem Abschlag von 9,5 Prozent auf seinen Nettoinventarwert (NAV). Anleger konnten damit faktisch Edelmetalle im Wert von einem Dollar für 89 Cent erwerben.
Der Abschlag erreichte am 28. Januar sogar einen Rekordwert von 11,4 Prozent, als Gold und Silber noch nahe ihrer Höchststände notierten. Nur zwei Tage später, am 30. Januar, brachen die Preise dramatisch ein: Gold verlor mehr als 11 Prozent, Silber sogar über 31 Prozent an einem einzigen Tag. Am Dienstag legten beide Metalle wieder stark zu und unterstrichen die erhöhte Marktvolatilität.
Der an der NYSE Arca und der Toronto Stock Exchange gehandelte Fonds hält ausschließlich physische Gold- und Silberbarren, die bei der Royal Canadian Mint verwahrt werden, sowie einen kleinen Kassenbestand. Die Zusammensetzung beträgt etwa 59 Prozent Gold und 41 Prozent Silber nach Marktwert. Der Nettoinventarwert wird täglich anhand der aktuellen Marktpreise berechnet.
Ungewöhnlich hoher Abschlag
Seit der Auflegung im Jahr 2018 lag der Abschlag des Sprott-Fonds typischerweise bei rund 4 Prozent. Die aktuelle Diskrepanz ist damit außergewöhnlich hoch. Am Montag verringerte sich der Abschlag bereits wieder auf 7,2 Prozent. Warum die Spreizung in jüngster Zeit so stark zugenommen hat, bleibt unklar – sie fällt jedoch zeitlich mit den extremen Preisschwankungen bei Gold und Silber zusammen.
Für geschlossene Fonds ist es zwar normal, mit einem Abschlag zum NAV zu handeln, doch das aktuelle Ausmaß sticht hervor. Die Kostenquote des Fonds beträgt 0,48 Prozent pro Jahr. Theoretisch könnten Arbitrageure die Preisdifferenz durch Paar-Trades ausnutzen, indem sie Fondsanteile kaufen und gleichzeitig Gold und Silber im entsprechenden Verhältnis leerverkaufen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseRisiken und Chancen
Allerdings ist ein solcher Handel komplex und mit Kreditkosten verbunden. Zudem gibt es keine Garantie, dass sich die Preise tatsächlich angleichen. Die praktischen Schwierigkeiten bei der Arbitrage könnten sogar erklären, warum diese Anomalie überhaupt entstehen konnte. Für langfristig orientierte Edelmetall-Investoren, die ohnehin in Gold und Silber investieren möchten, könnte der aktuelle Abschlag jedoch eine attraktive Einstiegsgelegenheit darstellen – sofern sie die erhöhte Volatilität aushalten können.


