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Spirit Airlines vor dem Aus: Was Reisende jetzt wissen müssen

Der US-Billigflieger könnte bereits am Samstag um 3:00 Uhr ET den Betrieb einstellen – rund 670 Flüge sind betroffen.

Spirit Airlines vor dem Aus: Was Reisende jetzt wissen müssen

Spirit Airlines steht unmittelbar vor dem Ende. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen könnte die US-amerikanische Billigfluggesellschaft bereits am Samstag um 3:00 Uhr ET (Ostküstenzeit) den Flugbetrieb einstellen. Das Unternehmen hat es versäumt, sich eine finanzielle Rettungsleine zu sichern, und hat sich bisher nicht öffentlich zu einer möglichen Betriebseinstellung geäußert.

Laut der Luftfahrt-Website Flightradar24 sind für Samstag rund 290 Spirit-Flüge geplant, für Sonntag weitere 381. Insgesamt sind damit knapp 670 Flüge und potenziell Tausende von Passagieren betroffen. Spirit verbindet mit seinen charakteristisch gelb lackierten Airbus-Jets Großstädte wie New York, Miami, Detroit und Los Angeles sowie zahlreiche weitere Destinationen.

Was Reisende mit Spirit-Tickets jetzt tun sollten

Wer ein Spirit-Ticket besitzt, sollte zunächst die Zahlungsmethode prüfen. Henry Harteveldt, Gründer der Atmosphere Research Group, einem Beratungsunternehmen für die Reisebranche, erklärt: Wer mit einer Kreditkarte bezahlt hat, wird wahrscheinlich eine Rückerstattung erhalten. Wer hingegen mit einer Debitkarte oder mit Treuepunkten gezahlt hat, hat laut Harteveldt geringe bis gar keine Chancen auf eine Rückerstattung.

Harteveldt rät Reisenden außerdem ausdrücklich davon ab, im Falle einer Betriebseinstellung zum Flughafen zu fahren in der Erwartung, Spirit-Personal vorzufinden. Die Callcenter dürften überlastet oder gar nicht mehr besetzt sein. Sollte Spirit das Ende des Flugbetriebs offiziell bestätigen, wird die Airline voraussichtlich Informationen für betroffene Reisende auf ihrer Website bereitstellen.

Mehrere andere US-Fluggesellschaften haben bereits signalisiert, dass sie bereit sind, gestrandeten Spirit-Kunden und -Besatzungen zu helfen. Dazu gehören United Airlines, JetBlue Airways, Frontier Airlines und American Airlines. Diese könnten zusätzliche Flüge einplanen, um betroffene Passagiere zu befördern – ähnlich wie bei einem Hurrikan oder einer anderen Naturkatastrophe. An den Ticketschaltern der Flughäfen sollen Last-Minute-Tarife, möglicherweise mit gewissen Rabatten, verfügbar sein.

Hintergrund: Wie es zum Absturz von Spirit kam

Spirit Airlines war jahrelang erfolgreich mit seinem Geschäftsmodell aus niedrigen Grundtarifen und Gebühren für nahezu alle Zusatzleistungen. Doch eine Reihe von Rückschlägen brachte das Unternehmen in eine existenzielle Krise. Ein geplanter Zusammenschluss mit JetBlue wurde von den Behörden blockiert. Steigende Kosten setzten das Geschäftsmodell unter Druck. Ein Triebwerksdefekt zwang Dutzende Flugzeuge zur Bodenstellung.

Gleichzeitig veränderte sich der Markt grundlegend: Verbraucher bevorzugten zunehmend gehobenes Reisen, was die Gewinne der großen Fluggesellschaften antrieb. Zudem begannen die großen Traditionsairlines, eigene „Basic Economy"-Tarife anzubieten, die dem Spirit-Angebot ähnelten, aber über deutlich größere Streckennetze verfügten. Im vergangenen Jahr meldete Spirit zum zweiten Mal innerhalb weniger als eines Jahres Insolvenz an.

Zuletzt scheiterten Verhandlungen mit Anleihegläubigern über ein staatliches Rettungspaket der Trump-Administration in Höhe von 500 Millionen US-Dollar. Seit dem Insolvenzantrag haben andere Fluggesellschaften auf einigen Spirit-Strecken bereits zusätzliche Kapazitäten aufgebaut. Experten gehen davon aus, dass die Flugpreise zumindest in einigen Märkten steigen werden, sollte der Discounter endgültig vom Markt verschwinden – auch wenn Spirit bereits erheblich geschrumpft ist.

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