Spirit Airlines Pleite: Spezialisten holen Leasingflugzeuge zurück
Nach der drohenden Liquidation von Spirit Airlines mobilisierten Flugzeug-Rückholer in Rekordzeit Dutzende Piloten, um die Jets zurückzuholen.

Als Bob Allen an einem Freitag um 18:00 Uhr (Ostküstenzeit) seinen Anruf erhielt, war die Lage bereits ernst. Die Botschaft war klar: Die Sicherstellungsteams sollten sofort einsatzbereit gemacht werden. Spirit Airlines befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im laufenden Betrieb – die leuchtend gelben Jets flogen noch ihre Routen ab.
Doch die Leasinggesellschaften, denen Dutzende der markanten Flugzeuge gehören, hatten genug gewartet. Angesichts der drohenden Liquidation von Spirit Airlines wurden sie zunehmend unruhig und forderten ihre Maschinen zurück. Für Allen und sein Unternehmen begann damit ein Wettlauf gegen die Zeit.
„Ich hatte sechs Stunden Zeit, um 20 Piloten zu finden", sagte Allen. Sein Unternehmen, die Nomadic Aviation Group, hatte sich bereits seit Monaten auf dieses Szenario vorbereitet, während Spirit Airlines immer weiter auf den Abgrund zusteuerte. Die Branche hatte die Entwicklung genau beobachtet.
Blitzschnelle Mobilisierung per WhatsApp
Allen und sein Mitbegründer Steve Giordano stellten in kürzester Zeit eine Liste von Piloten zusammen. Die meisten von ihnen hatten zuvor selbst für Spirit Airlines gearbeitet – ein Detail, das die Rückholaktion sowohl praktisch als auch symbolisch aufgeladen macht. Ehemalige Spirit-Piloten holten nun die Flugzeuge ihrer früheren Airline zurück.
Die Koordination lief über eine WhatsApp-Gruppe, die rasch auf 40 Piloten anwuchs. Einer von ihnen war zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme gerade erst selbst gelandet. Die Geschwindigkeit, mit der das Netzwerk aktiviert wurde, zeigt, wie professionell und eingespielt die Welt der Flugzeug-Rückholung inzwischen funktioniert.
Hintergrund: Ein spezialisierter Nischenmarkt
Die sogenannte Flugzeug-Repossession – also die Rückholung von Leasingflugzeugen bei zahlungsunfähigen Airlines – ist ein hochspezialisiertes Geschäftsfeld in der Luftfahrtbranche. Leasinggesellschaften besitzen einen Großteil der weltweit eingesetzten Verkehrsflugzeuge und verleihen diese an Airlines. Gerät eine Airline in finanzielle Schieflage, haben die Eigentümer das Recht, ihre Maschinen zurückzufordern.
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Zur AktienanalyseSpirit Airlines war eine der bekanntesten Billigfluglinien der USA und für ihre auffällig gelb lackierten Flugzeuge bekannt. Die Airline geriet durch einen Schuldenberg und einen schwierigen Wettbewerb im US-Niedrigpreissegment in existenzielle Schwierigkeiten. Die drohende Liquidation setzte schließlich den Mechanismus in Gang, der Unternehmen wie die Nomadic Aviation Group auf den Plan rief.
Für deutsche Privatanleger und Luftfahrtbeobachter verdeutlicht der Fall Spirit Airlines einmal mehr, wie fragil das Geschäftsmodell von Billigfluglinien sein kann – und wie ein ganzes Ökosystem aus spezialisierten Dienstleistern existiert, das genau auf solche Krisensituationen wartet und vorbereitet ist.


