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Spider-Man-Rekordstart: Was bedeutet das für Disney-Aktionäre?

„Brand New Day" spielt 927 Millionen Dollar ein – und beflügelt Disney trotz komplizierter Rechtslage auf mehreren Ebenen.

Spider-Man-Rekordstart: Was bedeutet das für Disney-Aktionäre?

Spider-Man: Brand New Day hat zum Kinostart Geschichte geschrieben. Das weltweite Eröffnungswochenende brachte 927 Millionen Dollar ein, davon allein 355 Millionen Dollar in den USA – das zweithöchste inländische Debüt aller Zeiten. Für Disney-Aktionäre stellt sich nun die entscheidende Frage: Wie viel von diesem Geldsegen landet tatsächlich beim Konzern?

Die Antwort ist komplizierter als es auf den ersten Blick erscheint. Die Filmrechte an Spider-Man liegen bei Sony Pictures, das den Film vertreibt und den Löwenanteil der Kinoeinnahmen einstreicht. Disney und seine Marvel Studios fungieren lediglich als Co-Produzenten und erhalten einen ausgehandelten Gewinnanteil – nicht die vollen 927 Millionen Dollar.

Vier Kanäle, von denen Disney profitiert

Das tatsächliche Aufwärtspotenzial für Disney ergibt sich aus anderen Quellen. Besonders das Merchandising dürfte erheblich ins Gewicht fallen: Spider-Man gilt als die weltweit meistverkaufte Superhelden-Lizenz. Ein Kinostart in dieser Größenordnung kurbelt die Nachfrage nach Spielzeug, Bekleidung und Freizeitpark-Produkten massiv an – Bereiche, in denen Disney direkt kassiert.

Hinzu kommt die Signalwirkung für das gesamte Marvel Cinematic Universe (MCU). Nach einer Reihe von Misserfolgen und wachsender Kritik an der Qualität der Marvel-Produktionen sendet der Rekordstart ein klares Signal: Der MCU-Reset funktioniert. Das stärkt das Vertrauen der Anleger in die Marvel-IP-Maschine und bereitet den Boden für kommende Blockbuster.

Die Disney-Aktie notierte zuletzt nahe Mehrjahrestiefs. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde das Papier bei 98,14 Dollar gehandelt – ein Tagesplus von 2,03 Prozent. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 92,19 bis 119,78 Dollar, seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 13,49 Prozent. Laut InvestingPro wird die Aktie damit mit einem Abschlag von rund 13 Prozent gegenüber dem fairen Wert von 112,30 Dollar gehandelt.

Quartalszahlen und Gegenwind bei Freizeitparks

Disney veröffentlicht die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026 am Mittwoch, den 5. August. Der Spider-Man-Erfolg wird sich in diesen Zahlen noch nicht widerspiegeln, da der Film gerade erst angelaufen ist. Dennoch stärkt er das Narrativ für das vierte Quartal und dürfte das Anlegervertrauen in die Marke Marvel spürbar aufwerten.

Der entscheidende Faktor am Mittwoch bleibt das Segment „Experiences" – also die Freizeitparks. Der Umsatzkonsens liegt hier bei 9,76 Milliarden Dollar. Allerdings hält der Gegenwind an: Benchmark senkte die Prognose für die Besucherzahlen der inländischen Parks, nachdem Comcast im Juni auf ein schwächeres Besucheraufkommen in Orlando hingewiesen hatte. Als Ursache gilt eine gedämpfte Konsumstimmung in den USA.

Zusätzlich bestehen regulatorische Risiken durch die FCC. Ehemalige Beamte lehnen eine Überprüfung der Lizenzen der ABC-Sender von Disney ab – ein Unsicherheitsfaktor, der über dem Konzern schwebt.

Marvel-Pipeline bis 2028 gefüllt

Auf der Comic-Con enthüllte Marvel eine ambitionierte Roadmap: Ghost Rider mit Ryan Gosling (2028), Black Panther 3 (Dezember 2028) sowie Avengers: Doomsday (Dezember 2026). Das Franchise hat bislang ein weltweites Gesamteinspielergebnis von fast 33 Milliarden Dollar erzielt.

Avengers: Doomsday erscheint bereits in rund vier Monaten und ist nach dem Rekordstart von Brand New Day nun mit Erwartungen auf Blockbuster-Niveau verknüpft. Für Disney kommt der Spider-Man-Erfolg damit zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt – zwei Tage vor einer potenziell richtungsweisenden Ergebnisveröffentlichung und nahe dem 52-Wochen-Tief der Aktie.

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