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Spider-Man-Rekordstart: Sony-Aktie trotzdem im Minus

927 Millionen Dollar Einspielergebnis am Eröffnungswochenende – doch steigende PS5-Kosten belasten die Sony-Aktie weiter.

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Spider-Man-Rekordstart: Sony-Aktie trotzdem im Minus

Spider-Man: Brand New Day hat am Eröffnungswochenende vom 1. bis 3. August 2026 Kinogeschichte geschrieben. Der Film erzielte weltweit 927 Millionen Dollar, davon 355 Millionen Dollar allein im Inland – das zweithöchste Inlandseröffnungswochenende in der Geschichte Hollywoods. Cinemark meldete das umsatzstärkste Drei-Tage-Inlandseröffnungswochenende eines Einzeltitels aller Zeiten und übertraf damit sogar Avengers: Endgame.

Trotz dieses historischen Starts schloss die Sony-Aktie (SONY) am 3. August mit einem Minus von 2,71 Prozent bei 22,63 US-Dollar. Auch nachbörslich setzte sich der Abwärtstrend fort: Die Aktie verlor weitere 0,40 Prozent auf 22,54 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht Sony mit minus 12,73 Prozent deutlich schlechter da als der Gesamtmarkt – und notiert weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,34 US-Dollar.

Warum profitiert Sony kaum vom Kassenschlager?

Die Antwort liegt in der Vertriebsstruktur. Sony kassiert als Filmvertreiber lediglich eine Vertriebsgebühr von rund 10 bis 15 Prozent des Einspielergebnisses. Der weitaus größere Gewinnanteil aus der Koproduktion fließt primär an Walt Disney und Marvel Studios. Disney-Aktien legten am selben Tag um 2,03 Prozent zu – Disney profitiert zudem von den Streaming-, Merchandising- und Franchise-Rechten rund um Spider-Man. Für Sony bleibt damit trotz des Rekordstarts nur ein vergleichsweise kleiner Anteil der Einnahmen.

AMC Entertainment, einer der größten Kinobetreiber der USA, stieg am Montag vorbörslich um 8,2 Prozent, nachdem das Unternehmen den höchsten Wochenendumsatz seiner Geschichte bekanntgegeben hatte. Die Kinobetreiber profitieren also deutlich direkter vom Blockbuster-Erfolg als der Filmvertreiber Sony selbst.

PlayStation-Margen unter Druck

Das eigentliche Problem für Sony-Anleger liegt im Gaming-Bereich. Sony sieht sich mit steigenden, KI-getriebenen Speicherkosten konfrontiert, die wiederholte Preiserhöhungen für die PlayStation 5 erzwingen. CLSA-Analyst Amit Garg warnte, dass Sony bei der PS5-Hardware erhebliche Verluste erleiden könnte, wenn die aktuellen Speicherpreise für künftige Verträge berücksichtigt werden – insbesondere bei potenziell niedrigeren Produktionsvolumina im kommenden Jahr.

Die Ergebnisse des ersten Geschäftsquartals von Sony bestätigten diesen Trend: Die PlayStation-Verkäufe verlangsamten sich aufgrund steigender Hardwarekosten. Auch die Unterhaltungssparte blieb hinter den Erwartungen zurück. Positiv zu vermerken ist, dass der Gaming-Bereich insgesamt eine Stärke des Unternehmens blieb, da die Softwareverkäufe die schwächeren Hardwareverkäufe mehr als ausglichen. Zudem profitierte die Halbleitersparte von starker Nachfrage.

Bullen- und Bärenszenario für Sony-Anleger

Für Optimisten bietet die aktuelle Situation durchaus Chancen. Ein Kinostart mit 927 Millionen Dollar könnte das Gesamteinspielergebnis weit über zwei Milliarden Dollar treiben. Als weiterer Katalysator gilt der für November 2026 geplante Start von GTA VI auf der PS5, der die Konsolennachfrage erheblich ankurbeln dürfte. Die Aktie notiert mit minus 12,73 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch – für langfristig orientierte Anleger ein möglicher Einstiegspunkt.

Pessimisten hingegen verweisen auf die strukturellen Probleme: Aufgrund der Vertriebsstruktur erhält Sony nur einen Bruchteil der Kinoeinnahmen. Die Inflation der Speicherkosten drückt dauerhaft auf die PlayStation-Margen. Die Aktie hat sich beständig schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt, und ein klarer kurzfristiger Katalysator zur Trendwende ist derzeit nicht in Sicht. Anleger preisen offensichtlich den Druck auf die Hardware-Margen ein – und nicht den unerwarteten Geldsegen aus den Vertriebsgebühren.

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