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Spendenbereitschaft in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Herausforderungen des Rückgangs der Spenderzahl und die bemerkenswerte Solidarität trotzdem

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Spendenbereitschaft in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung bleibt weiterhin hoch, aber sie kann nicht an die Rekordjahre der letzten beiden Jahre anknüpfen. Stattdessen scheint sie sich auf das Niveau vor der Corona-Pandemie einzupendeln. Ein besorgniserregender Faktor ist die sinkende Anzahl der Spender. Im Zeitraum der ersten neun Monate dieses Jahres wurden insgesamt Spenden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro erfasst, wie der Deutsche Spendenrat bekanntgab. Das entspricht etwa 600 Millionen Euro weniger als im Vorjahr 2022, dem Jahr, in dem der Ukraine-Krieg begann, und auch weniger als 2021, als die Ahrtal-Flut Deutschland heimsuchte.

Trotzdem liegt das Spendenaufkommen in diesem Jahr insgesamt auf dem Niveau der Jahre 2017 bis 2019, wenn man die Inflation berücksichtigt. Der Deutsche Spendenrat erwartet, dass bis zum Jahresende insgesamt etwa fünf Milliarden Euro an Spenden eingehen werden, was im Vergleich zum Vorjahr (5,7 Milliarden Euro) einen Rückgang bedeutet.

Eine besorgniserregende Entwicklung ist die sinkende Anzahl der Spender. Zwischen Januar und September dieses Jahres spendeten rund 14 Millionen Menschen in Deutschland Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um zwei Millionen Menschen. Der prozentuale Anteil der Spender an der Gesamtbevölkerung sank um 2,8 Prozentpunkte auf insgesamt 21,3 Prozent. Während im Jahr 2006 und 2007 noch jeder dritte Deutsche gespendet hatte, dürfte es in diesem Jahr nur noch jeder Fünfte sein.

Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats, erklärte, dass dieser Rückgang vor dem Hintergrund der Solidarität der letzten zwei Jahre nicht überraschend sei.

Angesichts der hohen Inflation in diesem Jahr hält der Deutsche Spendenrat das Spendenvolumen dennoch für bemerkenswert. Allerdings ist der deutliche Rückgang der Spender besorgniserregend. Interessanterweise betrug der durchschnittliche Spendenbetrag mit 37 Euro den dritthöchsten Wert nach den Rekordjahren 2021 mit 40 Euro und 2022 mit 41 Euro.

Der größte Rückgang bei den Spenden verzeichnete die Kategorie Not- und Katastrophenhilfe, die im ersten Jahr nach Beginn des Ukraine-Kriegs ein Minus von 472 Millionen Euro verzeichnete. Dieser Effekt trat auch nach anderen Katastrophen und Kriegen auf. Dennoch lagen die Spendeneinnahmen in diesem Bereich immer noch fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie.

Im Bereich Kirche und Religion gingen 2023 rund 30 Prozent weniger Spenden ein als 2019. Die Spendeneinnahmen für Geflüchtete sanken bis September im Vergleich zum Vorjahr von 949 Millionen auf 316 Millionen Euro und nähern sich damit wieder einem Normalzustand an. Weiterhin sind die über 70-Jährigen die großzügigsten Spender. Die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen verlor hingegen 738.000 Spender. Allerdings stieg die Anzahl der Spender unter den 30- bis 39-Jährigen, und diese Altersgruppe erhöhte auch die Höhe ihrer Spendenbeträge. Dies lässt hoffen, dass es in Deutschland auch in Zukunft viele Spender geben wird, so der Deutsche Spendenrat. Die Informationen stammen aus Teilergebnissen der fortlaufenden Studie "GfK Charity Panel".

SpendenDeutschlandInflation

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