Sparen statt Kaufen: Konsumklima im Tief
Sorgen um Arbeitsplätze und Preise bremsen das Weihnachtsgeschäft

Mitten in der Vorweihnachtszeit trübt sich die Kauflaune der Deutschen weiter ein. Das Konsumklima im Dezember erreichte mit minus 23,3 Punkten den niedrigsten Stand seit Mai. Dies geht aus aktuellen Daten der GfK-Marktforscher und des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen hervor. Bereits im Vormonat lag das Barometer bei revidierten minus 18,4 Punkten. Ökonomen hatten lediglich einen leichten Rückgang auf minus 18,6 Punkte prognostiziert.
Die Experten führen den Einbruch auf mehrere Faktoren zurück. Neben einer pessimistischen Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage äußern die Verbraucher auch größere Sorgen um ihre finanzielle Zukunft. Infolgedessen zeigen sich die Konsumenten deutlich sparsamer und verzichten auf größere Anschaffungen. Die Sparquote steigt, während die Kaufbereitschaft sinkt. Diese Entwicklung dämpft die Erwartungen an das Weihnachtsgeschäft erheblich, einer für den Einzelhandel entscheidenden Zeit im Jahr.
Rolf Bürkl, Konsumexperte beim Nürnberger Institut, sieht in der wachsenden Unsicherheit der Verbraucher eine zentrale Ursache. Die Zunahme der Sparneigung spiegele diese Verunsicherung wider. Insbesondere der Arbeitsplatzverlust bereitet vielen Menschen Sorge. Hintergrund sind Berichte über Stellenabbau in der Industrie, die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland sowie die steigende Zahl von Insolvenzen. Bürkl betonte, dass das Konsumklima unter diesen Rahmenbedingungen weiterhin angeschlagen bleibe.
Die Schwächephase des privaten Konsums trifft die deutsche Wirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage. Nach einem minimalen Wachstum von 0,1 Prozent im Sommerquartal droht die Wirtschaft am Rand einer Rezession zu verharren. Eine stärkere Konsumnachfrage hätte wichtige Impulse für die Konjunktur liefern können, bleibt jedoch aus. Dies führt auch in Unternehmenszentralen zu einer angespannten Stimmung. Der ifo-Geschäftsklimaindex, ein zentrales Barometer für die deutsche Wirtschaft, hat sich im November erneut verschlechtert.
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Zur AktienanalyseNeben wirtschaftlichen Faktoren belasten auch politische Unsicherheiten das Klima. Die lange Phase einer Regierungskrise mit Aussicht auf Neuwahlen in Deutschland sowie die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten tragen zur Verunsicherung bei. Die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich ihrer Einkommensentwicklung sind zudem durch anhaltend hohe Preise und die Furcht vor Jobverlust stark gedämpft. Das Konsumklima hat sich damit das vierte Mal in Folge verschlechtert.


