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Spaniens Solarpotenzial bleibt auf privaten Dächern ungenutzt

Sinkende Strompreise und günstige Netzbedingungen bremsen den Ausbau privater Photovoltaikanlagen

Spaniens Solarpotenzial bleibt auf privaten Dächern ungenutzt

In Spanien sind Solaranlagen auf Privathäusern trotz der vielen Sonnentage selten zu sehen. Nur etwa fünf Prozent der Häuser und Wohnungen sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, während es in Deutschland zwölf Prozent sind. Das Potenzial für Solarenergie ist in Spanien aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung und großen freien Flächen enorm, aber die Solarenergie wird vor allem in großen Solarparks genutzt. Diese bieten aufgrund ihrer Größe und Effizienz günstigeren Strom als kleine, private Solaranlagen.

Energieexperten wie Massimo Maoret von der spanischen Business-School IESE weisen darauf hin, dass Solarparks deutlich effizienter arbeiten als private Anlagen. Die Produktionskosten pro Kilowattstunde sind in großen Solarparks etwa ein Drittel der Kosten von privaten Anlagen. Zudem ist die Energieausbeute durch die Möglichkeit, die Solarpanele den ganzen Tag über der Sonne nachzuführen, um bis zu 40 Prozent höher. Daher bevorzugen viele Investoren und auch der Staat den Ausbau von Solarparks gegenüber der Förderung privater Solardächer.

Die Strompreise in Spanien sind seit dem Boom der erneuerbaren Energien stark gesunken. Dies führt dazu, dass sich die Installation von Solaranlagen auf privaten Dächern oft nicht mehr lohnt. Laut dem Energieexperten Diego Rodríguez von der Universität Complutense in Madrid amortisierten sich private Photovoltaikanlagen während der hohen Strompreise infolge des Ukrainekriegs schnell. Doch mit dem Rückgang der Strompreise ist die Rentabilität solcher Anlagen wieder gesunken. Aktuell dauert es etwa sieben Jahre, bis sich die Investition in eine Solaranlage amortisiert, während es in Zeiten höherer Strompreise nur fünf Jahre waren.

Spanien profitiert zudem von einem sehr modernen und leistungsstarken Stromnetz. Das Land, das auf der iberischen Halbinsel liegt, hat ein besonders robustes Netz entwickelt, da es im Notfall nicht auf Stromimporte aus mehreren Nachbarländern angewiesen ist. Dieses Netz hat bisher den Ausbau der erneuerbaren Energien gut verkraftet, da die Stromerzeugung in Spanien dezentraler erfolgt als in Ländern wie Deutschland. In Spanien müssen keine großen Mengen an Strom über weite Strecken transportiert werden, was das Netz entlastet.

Allerdings stößt das Stromnetz mittlerweile auch in Spanien an seine Grenzen. Die Investitionen in das Netz, insbesondere in Speichertechnologien, müssen deutlich erhöht werden, um die wachsenden Anforderungen zu bewältigen. Speicherkapazitäten sind entscheidend, um überschüssige Energie lokal zu speichern und die Netzbelastung zu verringern. Trotz des bisherigen Erfolgs bei der Nutzung erneuerbarer Energien fordern Fachleute nun, die Investitionsobergrenzen für das Stromnetz anzuheben, um weitere Engpässe zu vermeiden.

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