SpaceX verhandelt mit Pentagon über milliardenschwere KI-Rechenkapazitäten
Elon Musks Raumfahrtunternehmen will dem US-Verteidigungsministerium Rechenzentrumskapazitäten für KI-Modelle bereitstellen.

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, führt Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium über die Bereitstellung von Rechenzentrumskapazitäten im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar. Das berichtete das Wall Street Journal am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ziel der Vereinbarung wäre es, dem Pentagon den Betrieb von KI-Modellen zu ermöglichen.
Eine solche Partnerschaft würde die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen SpaceX und dem US-Militär deutlich ausweiten. SpaceX ist bereits ein wichtiger Partner des Pentagons für Raketenstarts sowie satellitengestützte Kommunikation und Raketenverfolgung. Die nun diskutierte Erweiterung in den Bereich Cloud-Computing und künstliche Intelligenz markiert einen strategisch bedeutsamen Schritt für das Unternehmen.
Laut dem WSJ-Bericht haben SpaceX-Mitarbeiter Pläne erörtert, direkter mit sogenannten „Neocloud"-Firmen wie CoreWeave zu konkurrieren. Dabei sollen Rechenkapazitäten zu niedrigeren Preisen an KI-Kunden verkauft werden – ein Markt, der angesichts des globalen KI-Booms rasant wächst.
Pentagon sichert sich KI-Kapazitäten
Das US-Verteidigungsministerium steht unter erheblichem Druck, seine technologische Infrastruktur auszubauen. Wie viele Großunternehmen ist auch das Pentagon bestrebt, sich zusätzliche Cloud-Computing-Kapazitäten zu sichern, um Geheimdienste und militärische KI-Anwendungen zu unterstützen. Der Bedarf an leistungsfähiger Recheninfrastruktur für KI-gestützte Anwendungen im Verteidigungsbereich wächst stetig.
Auch andere Technologieriesen positionieren sich in diesem Markt. Amazon gab Ende letzten Jahres bekannt, bis zu 50 Milliarden US-Dollar zu investieren, um die KI- und Supercomputing-Kapazitäten für US-Regierungskunden über seine Cloud-Sparte Amazon Web Services auszuweiten. Der Wettbewerb um lukrative Regierungsaufträge im KI-Bereich ist damit in vollem Gange.
Die Gespräche zwischen SpaceX und dem Pentagon dauern laut WSJ noch an und könnten scheitern. Weder SpaceX noch das Pentagon reagierten auf Anfragen von Reuters zur Stellungnahme. Reuters konnte den Bericht nicht unabhängig verifizieren.
SpaceX baut Cloud-Geschäft zügig aus
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Zur AktienanalyseUnabhängig von den Pentagon-Verhandlungen hat SpaceX in den vergangenen Monaten bereits mehrere bedeutende Vereinbarungen im Bereich Cloud-Computing abgeschlossen. Im Juni unterzeichnete das Unternehmen eine mehrjährige Vereinbarung über Cloud-Dienste mit der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Diese sieht den Zugang zu rund 110.000 Nvidia-Chips sowie der zugehörigen Computerinfrastruktur vor – ein enormes Rechenpaket, das SpaceX als ernstzunehmenden Akteur im KI-Infrastrukturmarkt etabliert.
Im Mai gab das KI-Unternehmen Anthropic bekannt, eine Vereinbarung über die Nutzung der gesamten Rechenleistung der Colossus-1-Anlage von SpaceX in Memphis getroffen zu haben. Durch diese Kooperation gewinnt Anthropic 300 Megawatt an neuer Kapazität – eine beachtliche Menge, die die Größenordnung der SpaceX-Rechenzentrumsinfrastruktur verdeutlicht.
SpaceX entwickelt sich damit zunehmend von einem reinen Raumfahrtunternehmen zu einem bedeutenden Anbieter von KI-Recheninfrastruktur. Für deutsche Anleger und Beobachter des Technologiesektors ist diese Entwicklung relevant, da sie zeigt, wie eng Rüstung, KI und Cloud-Computing in den USA zusammenwachsen – ein Trend, der auch europäische Verteidigungsdebatten beeinflusst.


