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SpaceX und OpenAI: Mega-IPOs als Warnsignal für Markthoch

Analysten ziehen Parallelen zur Dotcom-Blase: Rekord-Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten den Markthöhepunkt markieren.

SpaceX und OpenAI: Mega-IPOs als Warnsignal für Markthoch

Eine Welle milliardenschwerer Börsengänge könnte den aktuellen Marktzyklus an seinen Höhepunkt treiben. Strategen warnen vor gefährlichen Parallelen zur Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre – ausgelöst durch die geplanten IPOs von SpaceX, OpenAI und Anthropic, die allesamt noch keine nachhaltigen Gewinne vorweisen können.

Im Mittelpunkt steht der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX, der am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung offiziell bestätigt wurde. Das Listing ist für den 12. Juni geplant und könnte an der Nasdaq mit einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar das größte in der Geschichte der Börse werden. Elon Musks Raumfahrtunternehmen würde damit alle bisherigen IPO-Rekorde in den Schatten stellen.

Doch die Zahlen hinter dem Glanz sind ernüchternd. SpaceX verzeichnete im jüngsten Quartal einen Nettoverlust von 4,28 Milliarden US-Dollar – nachdem das Unternehmen im Jahr 2025 bereits 4,94 Milliarden Dollar verloren hatte. Im eigenen Börsenprospekt (S-1) schreibt SpaceX offen, das Unternehmen habe „eine Historie von Nettoverlusten und werde in Zukunft möglicherweise keine Profitabilität erreichen".

Starlink als einziger Lichtblick

Ein genauerer Blick auf die Segmente zeigt: Nur die Konnektivitätssparte Starlink schreibt schwarze Zahlen. Die Einheit erzielte im jüngsten Quartal einen Umsatz von 3,26 Milliarden US-Dollar – das entspricht 69 Prozent des Gesamtumsatzes. Das klassische Raumfahrtgeschäft hingegen verbuchte einen operativen Verlust von 619 Millionen Dollar, die KI-Einheit sogar einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar.

SpaceX räumt im Prospekt zudem ein, dass ein Großteil des Unternehmenswertes auf der Entwicklung von Technologien beruht, die „neuartig und ungetestet" sind. Das Unternehmen erwartet, über mehrere Jahre hinweg „erhebliche Investitionsausgaben zu tätigen", bevor KI-Produkte und -Dienstleistungen profitabel werden.

Dan Coatsworth, Leiter der Marktstrategie beim britischen Finanzdienstleister AJ Bell, mahnt zur Vorsicht. Aufgrund des Status als bisheriges Privatunternehmen sei „wenig bekannt" über die tatsächlichen Finanzen von SpaceX. Hinzu kommt: Elon Musk kontrolliert 85 Prozent der Stimmrechte – ein erheblicher Machtfaktor, der institutionelle Investoren traditionell skeptisch stimmt. Coatsworth verwies auf das Potenzial für eine „schwindelerregende Bewertung" als mögliches Risiko für die weitere Kursentwicklung nach dem Börsengang.

OpenAI und Anthropic drängen ebenfalls an die Börse

SpaceX ist nicht allein. Auch OpenAI, das KI-Unternehmen von Sam Altman, plant seinen Börsengang im weiteren Verlauf des Jahres 2026. Das Unternehmen schreibt bislang ebenfalls keine schwarzen Zahlen. Anthropic hat ebenfalls Absichten bekundet, noch in diesem Jahr an die Börse zu gehen – und wird voraussichtlich im kommenden Quartalsbericht erstmals ein profitables Quartal ausweisen.

Analysten betrachten die Geschäftsmodelle aller drei Unternehmen als von Natur aus undurchsichtig. Dies veranlasst Experten, Anleger, die beim Börsengang einsteigen wollen, ausdrücklich zur Vorsicht zu mahnen. Auch die Deutsche Bank äußerte sich am Donnerstag in einer Mitteilung kritisch zur mangelnden Transparenz dieser Unternehmen.

Für deutsche Privatanleger ist die Situation besonders relevant: Sollten diese Mega-IPOs tatsächlich den Markthöhepunkt markieren, drohen nach einer anfänglichen Euphorie erhebliche Kurskorrekturen – ähnlich wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, als viele Technologiewerte um 80 bis 90 Prozent einbrachen. Die Kombination aus fehlender Profitabilität, intransparenten Geschäftsmodellen und astronomischen Bewertungen erinnert Marktbeobachter stark an jene Ära.

  • SpaceX-IPO geplant für 12. Juni, Bewertung: 1,75 Billionen USD
  • Nettoverlust SpaceX Q1: 4,28 Milliarden USD
  • Starlink-Umsatz: 3,26 Milliarden USD (69% des Gesamtumsatzes)
  • KI-Einheit von SpaceX: Verlust von 2,5 Milliarden USD
  • OpenAI-IPO: geplant für 2026, noch nicht profitabel
  • Anthropic: erstes profitables Quartal erwartet
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