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SpaceX sammelt 75 Milliarden Dollar vor historischem Börsengang ein

Elon Musks Raumfahrtunternehmen strebt die wertvollste Börsennotierung der Geschichte an – mit einer Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar.

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SpaceX sammelt 75 Milliarden Dollar vor historischem Börsengang ein

SpaceX hat im Vorfeld seines Börsengangs 75 Milliarden US-Dollar (rund 56 Milliarden Pfund) von Finanzunternehmen eingesammelt. Das auf Weltraumforschung und künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen gab in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt, dass es Aktien zu einem Preis von jeweils 135 US-Dollar verkauft habe. Dieser Preis entspricht der Schätzung, die SpaceX bereits in der Vorwoche abgegeben hatte.

Bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie ergibt sich eine Gesamtbewertung von knapp 1,8 Billionen US-Dollar. Damit würde SpaceX sofort zu einem der wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt aufsteigen – sofern die Aktien am ersten Handelstag zu oder über diesem Preis gehandelt werden. Der Börsengang findet am technologieorientierten Nasdaq-Index statt.

Für Firmengründer und CEO Elon Musk hätte der Börsengang weitreichende persönliche Konsequenzen: Der bereits reichste Mann der Welt könnte durch die Bewertung zum ersten Billionär der Geschichte aufsteigen. Musk wird nach dem Börsengang etwa 40 Prozent des gesamten Eigenkapitals von SpaceX halten – verteilt auf verschiedene Aktienklassen (Klasse A und Klasse B).

Musks Kontrolle bleibt nahezu unangetastet

Trotz des Börsengangs und der damit verbundenen stärkeren öffentlichen Kontrolle behält Musk die fast vollständige Entscheidungsgewalt über das Unternehmen. Durch seine kombinierten Anteile verschiedener Aktienklassen sichert er sich mehr als 84 Prozent der Stimmrechte. Zum Vergleich: Meta-Chef Mark Zuckerberg, der ebenfalls verschiedene Aktienklassen hält, kontrolliert lediglich rund 60 Prozent der Stimmrechte seines Unternehmens.

Diese extreme Machtkonzentration hat weitreichende Folgen für die Unternehmensführung. SpaceX ist dadurch nicht einmal verpflichtet, sogenannte unabhängige Mitglieder in seinen Verwaltungsrat aufzunehmen – also Personen ohne direktes persönliches oder finanzielles Interesse am Unternehmen. Laut einer Analyse der Harvard Law School würde Musk selbst dann die Kontrolle behalten, wenn er künftig einen Teil seiner Klasse-A-Aktien verkaufen sollte, da er weiterhin ausreichend Klasse-B-Aktien hielte.

Die Analyse der Harvard Law School weist darauf hin, dass diese Kontrollstruktur ein potenzielles Risiko für Investoren darstellt. SpaceX-Insider könnten Entscheidungen über Geschäftskontrakte treffen, einschließlich möglicher Übernahmen von Unternehmen im Besitz von Musk sowie über seine eigene Vergütung. Bereits jetzt hat SpaceX Musks KI-Startup xAI übernommen, das seinerseits im Jahr 2025 die Social-Media-Plattform X erwarb – jene Plattform, die früher als Twitter bekannt war und die Musk 2022 gekauft hatte.

Analysten sehen Kurspotenzial über dem Ausgabepreis

Das Interesse von institutionellen Investoren sowie Privatanlegern – im Fachjargon als „Retail-Investoren" bezeichnet – wird als hoch eingeschätzt. Einige Finanzanalysten haben bereits Kursziele festgelegt, die über dem Ausgabepreis von 135 Dollar liegen. Das globale Brokerhaus Oppenheimer erklärte am Donnerstag, es erwarte einen Kurs von 190 US-Dollar je Aktie.

Der endgültige Marktpreis der SpaceX-Aktie wird letztlich durch eine Art Auktion am offenen Aktienmarkt ermittelt. Sobald der Handel beginnt, kann der Kurs je nach Angebot und Nachfrage steigen oder fallen. Es liegt an den Anlegern zu entscheiden, ob sie die Aktien für so wertvoll halten wie vom Unternehmen angesetzt.

Tom Mueller, der erste offizielle Mitarbeiter von SpaceX und heutige Gründer von Impulse Space, zeigte sich gegenüber der BBC beeindruckt von der Entwicklung des Unternehmens. „Es war einfach eine unglaubliche Reise", sagte er. Mueller erinnerte sich an die frühen Tage, als das erste Raketentriebwerk explodierte und eine weitere Rakete abstürzte, bevor SpaceX im Jahr 2008 „endlich" einen erfolgreichen Start in den Orbit schaffte. Mueller verließ SpaceX im Jahr 2020, hält aber weiterhin eine beträchtliche finanzielle Beteiligung an dem Unternehmen.

Signalwirkung für andere Tech-Giganten

Der SpaceX-Börsengang wird von Beobachtern als Testfall für andere hochbewertete Technologieunternehmen gesehen. Unternehmen wie Anthropic und OpenAI, die zuletzt private Bewertungen von nahezu einer Billion US-Dollar erreichten, haben beide angekündigt, sich auf einen Börsengang vorzubereiten – voraussichtlich noch im laufenden Jahr. Wie gut SpaceX am Markt ankommt, dürfte deren Pläne maßgeblich beeinflussen.

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