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SpaceX platziert 25-Milliarden-Dollar-Anleihe mit enormer Nachfrage

Aufträge von fast 90 Milliarden Dollar – doch die Mega-Emission stellt Anleger vor Diversifizierungsprobleme und lässt die Aktie einbrechen.

SpaceX platziert 25-Milliarden-Dollar-Anleihe mit enormer Nachfrage

SpaceX hat am 22. Juni vorrangige unbesicherte Schuldverschreibungen im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar an den Fremdkapitalmärkten platziert. Ursprünglich war eine Emission von 20 Milliarden Dollar geplant, die angesichts der enormen Nachfrage auf 25 Milliarden Dollar aufgestockt wurde. Laut mit der Transaktion vertrauten Personen, die gegenüber CNBC anonym bleiben wollten, gingen Aufträge im Wert von fast 90 Milliarden Dollar ein – ein deutliches Zeichen für das starke Investoreninteresse.

Das Unternehmen gab an, den Nettoerlös zu verwenden, um „die ausstehenden Kredite im Rahmen seiner Brückenfinanzierung vollständig zurückzuzahlen, damit verbundene Gebühren und Kosten zu begleichen und den verbleibenden Betrag für allgemeine Unternehmenszwecke zu nutzen". Die Anleihen wurden in fünf verschiedenen Tranchen mit Fälligkeiten zwischen 2031 und 2056 begeben. Die Zinssätze reichen dabei von 5,35 Prozent für die kürzeste Laufzeit bis zu 6,65 Prozent für die Papiere mit Fälligkeit 2056.

Aktionäre reagieren nervös

Trotz der überwältigenden Nachfrage am Anleihemarkt reagierten die Aktienanleger verunsichert. Die SpaceX-Aktie verlor im Wochenverlauf mehr als 13 Prozent – und das, nachdem sie nach dem Börsengang am 12. Juni zunächst einen starken Lauf verzeichnet hatte. Die Anleiheemission erfolgte damit weniger als zwei Wochen nach dem Börsengang des Unternehmens.

Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst bei IG, warnte, SpaceX werde sich zunehmend „anstrengen müssen, um Gehör zu finden". Er verwies darauf, dass zahlreiche Angebote von profitableren Unternehmen dem Konzern das Rampenlicht stehlen könnten. Die Konkurrenz am Kapitalmarkt um Investorenaufmerksamkeit ist demnach erheblich.

Verluste und explodierende Investitionsausgaben

Christopher Della Fave, Senior Vice President für Kapitalmärkte bei der Post Oak Group, brachte die Lage auf den Punkt: „Zwei Wochen nach dem größten Börsengang der Geschichte zapft SpaceX bereits die Fremdkapitalmärkte an, während das Unternehmen einen Nettoverlust von 5 Milliarden Dollar verzeichnet und die Investitionsausgaben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben."

Della Fave betonte jedoch, dass die Verluste und hohen Investitionsausgaben isoliert betrachtet nicht „beunruhigend" seien, da „kapitalintensive Wachstumsunternehmen heiß laufen". Dennoch hob er ein „strukturelles Problem" hervor, das „die Anleger nicht einpreisen". Dieses Problem liegt in der Doppelexposition vieler Investoren: Wer beim Börsengang eingestiegen ist und nun auch Anleihen hält, ist über zwei verschiedene Anlageklassen im selben Konzern engagiert – was die Diversifizierung des Portfolios erschwert.

Enge Spreads und langfristige Herausforderungen

Ein weiterer Aspekt, den Della Fave hervorhob: Die 10-jährige Emission von SpaceX wird mit einem relativ engen Spread von 1,4 Prozentpunkten gegenüber der entsprechenden US-Staatsanleihe gehandelt. Das deutet darauf hin, dass der Markt das Kreditrisiko von SpaceX als vergleichsweise gering einschätzt – trotz der laufenden Verluste und des hohen Investitionsbedarfs.

Mike Coop, Chief Investment Officer bei Morningstar, sieht SpaceX langfristig vor zwei großen Herausforderungen an den Märkten. Details nannte er nicht, doch die Kombination aus intensivem Finanzierungsbedarf, steigenden Investitionsausgaben und künftigen Refinanzierungsverpflichtungen zeichnet ein komplexes Bild für Anleger, die in das Unternehmen investiert sind oder eine Investition erwägen.

Für deutsche Privatanleger ist die Situation besonders relevant: SpaceX gilt als eines der prominentesten Wachstumsunternehmen weltweit, und die Anleiheemission – eine der größten KI-nahen Kapitalmarkttransaktionen aller Zeiten – verdeutlicht, wie kapitalintensiv der Aufbau von Infrastruktur in der Raumfahrt- und Technologiebranche ist. Die Frage, ob Aktien und Anleihen des Unternehmens langfristig attraktive Renditen liefern, bleibt offen.

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