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SpaceX-Kursrückgang lockt kaum Leerverkäufer gegen Elon Musk

Trotz eines Kursverlustes von über 28% seit dem Allzeithoch halten sich bärische Wetten gegen SpaceX in engen Grenzen.

SpaceX-Kursrückgang lockt kaum Leerverkäufer gegen Elon Musk

SpaceX hat seit seinem Rekordhoch vom 16. Juni mehr als ein Viertel seines Wertes verloren. Allein in der vergangenen Woche büßte die Aktie rund 12% ein. Damit wurden Hunderte Milliarden US-Dollar an Marktwert vernichtet – und dennoch scheuen Leerverkäufer weiterhin die direkte Wette gegen CEO Elon Musk.

Laut einer Schätzung von S3 Partners sind derzeit nur etwa 40 Millionen SpaceX-Aktien leerverkauft. Das entspricht lediglich 5% bis 7% des öffentlich handelbaren Streubesitzes des Unternehmens, der bei rund 625 Millionen Aktien liegt. Zum Vergleich: Laut FactSet weisen aktuell etwa 60 Unternehmen im S&P 500 ein Leerverkaufsinteresse von mehr als 7% ihres Streubesitzes auf. Die bärische Positionierung bei SpaceX bleibt damit trotz des jüngsten Kursrückgangs relativ moderat.

Was steckt hinter den niedrigen Short-Quoten?

Mehr als 30 Millionen SpaceX-Aktien stehen derzeit zur Ausleihe bereit, was auf eine reichliche Liquidität am Wertpapierleihmarkt hindeutet. Auch die Leihkosten sind gering: Die jährlichen Gebühren liegen laut S3 Partners unter 1%. Das bedeutet, dass es technisch gesehen keine nennenswerten Hürden gibt, Short-Positionen aufzubauen – der Wille fehlt offenbar trotzdem.

Matthew Unterman, Leiter der Forschungsabteilung bei S3, erklärte gegenüber CNBC: „SPCX hat aktives Leerverkaufsinteresse auf sich gezogen, aber die Daten deuten darauf hin, dass dies weit von einem angebotsbeschränkten Short entfernt ist." Er ergänzte: „Das aktuelle Setup sieht eher nach einer normalen Preisfindung aus als nach einem klassischen Kandidaten für einen Short Squeeze."

Unter einem Leerverkauf – auch Short Selling genannt – versteht man eine Handelsstrategie, bei der Anleger geliehene Aktien verkaufen, in der Erwartung, sie später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen und so von fallenden Kursen zu profitieren. Ein Short Squeeze hingegen bezeichnet eine Situation, in der steigende Kurse Leerverkäufer zwingen, ihre Positionen zu schließen, was den Kursanstieg weiter beschleunigt.

Selbst bekannte Skeptiker halten sich zurück

Besonders aufschlussreich ist das Verhalten von Michael Burry, dem Investor, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 weltberühmt wurde. Burry gab an, er habe mehrere Möglichkeiten geprüft, gegen SpaceX zu wetten – sich aber letztlich dagegen entschieden. Damit steht er stellvertretend für eine breite Zurückhaltung an der Wall Street.

Der Grund für diese Vorsicht liegt offenbar in der besonderen Natur von SpaceX als Investmentstory. Das Raketenunternehmen verfügt über eine leidenschaftliche Basis an Privatanlegern und gilt als eine der am genauesten beobachteten Wachstumsgeschichten des Marktes. Wer gegen SpaceX wettet, wettet letztlich auch gegen Elon Musk – und das ist eine Wette, die viele Profis scheuen.

SpaceX war am 12. Juni an die Börse gegangen, woraufhin eine rasante Rally einsetzte, die die Aktie auf ein Rekordhoch trieb. Der anschließende Rückgang von mehr als 28% hat zwar Aufmerksamkeit erregt, aber offenbar nicht genug Überzeugung bei Leerverkäufern erzeugt, um eine signifikante bärische Positionierung auszulösen. Die Marktdaten deuten stattdessen auf eine Phase normaler Preisfindung nach dem Börsengang hin.

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