ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

SpaceX-IPO und Tech-Börsengänge: Was Indexanleger jetzt wissen müssen

Der SpaceX-Börsengang verändert passive Indexstrategien – und weitere Mega-IPOs von Anthropic und OpenAI stehen noch bevor.

SpaceX-IPO und Tech-Börsengänge: Was Indexanleger jetzt wissen müssen

Der Börsengang von Space Exploration Technologies (SpaceX) gilt als einer der größten in der Geschichte und war massiv überzeichnet. Doch während viele Anleger die Aktie bewusst meiden möchten, stellt sich für passive Indexinvestoren eine unbequeme Frage: Können sie das überhaupt noch?

Bereits Ende Juni – nur zwei Wochen nach dem Börsengang – wurde SpaceX in den Russell 1000 Index aufgenommen. Fonds, die diesen Index abbilden, sind damit verpflichtet, SpaceX-Aktien zu kaufen, um die Indexzusammensetzung korrekt widerzuspiegeln. Das betrifft unter anderem den Vanguard Russell 1000 ETF (VONE) und den Vanguard Russell 1000 Growth ETF (VONG) – beide führten die Aktie zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht als Bestandteil auf.

Darüber hinaus ist eine beschleunigte Aufnahme in den Nasdaq-100 geplant. Das bedeutet, dass auch der Invesco QQQ Trust ETF (QQQ) – einer der weltweit größten ETFs überhaupt – SpaceX-Aktien in sein Portfolio aufnehmen muss. Für Anleger, die bewusst keine SpaceX-Aktien halten wollen, wird es damit zunehmend schwierig, dem Unternehmen über passive Vehikel auszuweichen.

Was bedeutet das für das Risikoprofil von Index-ETFs?

Vanguard bewertet die meisten seiner aktienbasierten Index-ETFs mit einer Risikoeinstufung von vier von fünf Punkten – Anleihen-ETFs erhalten niedrigere Werte, risikoreichere Aktien-ETFs eine Fünf. Das Unternehmen sieht in seinen Aktien-ETFs also ein inhärentes Risiko – und betrachtet dieses ausdrücklich als gewolltes Merkmal, nicht als Fehler.

Viele passive Indexanleger sehen ihre Strategie dennoch als vergleichsweise risikoarm an. Der S&P 500 hat in den vergangenen 20 Jahren ein annualisiertes Plus von durchschnittlich 11,4 Prozent erzielt. Eine Investition über kostengünstige Index-ETFs reduziert das Einzelaktienrisiko und bietet gleichzeitig Wachstumschancen – ein Ansatz, der besonders unter langfristig orientierten Privatanlegern beliebt ist.

SpaceX selbst kommt für eine Aufnahme in den S&P 500 nach aktuellen Regeln frühestens in einem Jahr infrage. Doch zwei weitere hochkarätige Börsengänge stehen noch in diesem Jahr an: Anthropic und OpenAI planen jeweils große IPOs und dürften auf Anhieb zu den wertvollsten Unternehmen an der Börse gehören. Anleger haben also noch etwas Zeit, ihre Strategie zu überdenken.

Diversifikation als mögliche Antwort

Gewichtete ETFs wie der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) sind von Natur aus wachstumsorientiert. Durch die Aufnahme von Mega-Cap-Technologieunternehmen aus großen IPOs könnte ihr Risikoprofil weiter steigen. Anleger, die gerade wegen der vermeintlich risikoarmen Eigenschaften auf solche ETFs setzen, sollten dies im Blick behalten.

Eine mögliche Strategie zur Risikoreduktion wäre die Beimischung echter risikoarmer Instrumente – etwa Anleihen-ETFs oder Value-ETFs. Der Russell 1000 Value Index enthält zwar ebenfalls SpaceX, jedoch wurde das Unternehmen als 90 Prozent Growth und 10 Prozent Value klassifiziert. Im Vanguard Russell 1000 Value ETF (VONV) wird SpaceX daher nur ein geringes Gewicht einnehmen – was ihn für risikobewusstere Anleger attraktiver macht.

Die bevorstehende Welle großer Tech-Börsengänge stellt passive Anleger vor eine grundsätzliche Frage: Wie passiv ist eine Indexstrategie wirklich, wenn sie automatisch die risikoreichsten Neuzugänge des Marktes aufnimmt? Die Antwort darauf könnte die Portfolioentscheidungen vieler Privatanleger in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.

Spacex IpoIndexinvestorenPassive AnlagestrategieEtf RisikoRussell 1000Nasdaq-100Anthropic Openai Börsengang

Disclaimer